Standard Chartered hat die Berichterstellung für Uniswap aufgenommen und sieht für den UNI-Token ein deutliches Aufwärtsszenario bis 2030. In einer Research-Note vom 15. Juni 2026 prognostiziert Geoff Kendrick, Global Head of Digital Assets Research bei Standard Chartered Bank, einen Anstieg von UNI-USD auf 100 Dollar bis Ende 2030. Die zentrale Annahme der Bank: Tokenisierte Vermögenswerte werden zunehmend in DeFi aktiv, und Uniswap könnte als dezentrale Handelsinfrastruktur überproportional davon profitieren.
Standard Chartered sieht Uniswap bei 100 Dollar
Standard Chartered erwartet, dass UNI-USD von aktuell rund 2,50 Dollar auf 100 Dollar bis Ende 2030 steigen könnte. Das entspräche einem Faktor von 40. Kendrick schreibt in der Analyse: „Wir nehmen die Coverage von Uniswap auf; wir prognostizieren, dass UNI-USD bis Ende 2030 um das 40-Fache auf 100 Dollar steigen wird.“ Für die Zwischenjahre nennt die Bank Kursziele von 6,50 Dollar Ende 2026, 20 Dollar Ende 2027, 40 Dollar Ende 2028 und 65 Dollar Ende 2029.
Die These der Bank beruht nicht allein auf einem allgemeinen DeFi-Bullenfall, sondern auf der Rolle von Uniswap als Infrastruktur. In der Studie heißt es: „Uniswap, die größte dezentrale Börse, dürfte direkt von dem erwarteten Anstieg tokenisierter Vermögenswerte profitieren, die in die dezentrale Finanzwelt wechseln.“ Weiter schreibt Standard Chartered: „Insgesamt berechnen wir, dass dies bis Ende 2030 Vermögenswerte im Wert von 2,7 Billionen Dollar in DeFi bedeuten würde, ein Anstieg um das 37-Fache gegenüber heute. Das impliziert auch, dass Uniswap-Liquiditätspools bis dahin 37-mal mehr On-Chain-Vermögenswerte zum Handel haben werden.“
Kendrick vergleicht Uniswap mit Coinbase, betont aber strukturelle Unterschiede. „Uniswap bietet eine Börse für digitale Vermögenswerte, ähnlich wie Coinbase. Die beiden Plattformen verarbeiten ähnliche Transaktionsvolumina.“ Während Coinbase jedoch eine zentralisierte Börse mit Orderbuch betreibt, basiert Uniswaps Kernmechanismus auf Automated Market Makers. Standard Chartered beschreibt Uniswap deshalb eher als offene Infrastruktur: „Uniswap kann mit YouTube verglichen werden, da es eine offene Plattform ist, auf der jeder aufbauen und an den Vorteilen teilhaben kann. Coinbase ist vergleichbar mit Netflix, wo Inhalte von der Unternehmenseinheit kontrolliert werden.“
Tokenisierte Assets sollen DeFi-Wachstum treiben
Der wichtigste Wachstumstreiber in der Analyse ist die Tokenisierung realer und digitaler Vermögenswerte. Standard Chartered erwartet, dass tokenisierte On-Chain-Assets von derzeit 340 Milliarden Dollar auf 4 Billionen Dollar bis Ende 2028 wachsen. Zugleich soll der Anteil dieser Assets, der tatsächlich in DeFi aktiv ist, von heute 3,5 Prozent auf 30 Prozent bis Ende 2030 steigen. Die Bank schreibt dazu: „Wir erwarten außerdem, dass der Prozentsatz tokenisierter Vermögenswerte, die in DeFi aktiv sind, bis Ende 2030 auf 30 Prozent steigt, von heute 3,5 Prozent.“
Besonders relevant sind nach Einschätzung der Bank Stablecoins und tokenisierte Real-World Assets. Von derzeit 73 Milliarden Dollar Total Value Locked in DeFi entfallen nach Schätzung von Standard Chartered rund 9 Milliarden Dollar auf Stablecoins und 3 Milliarden Dollar auf RWAs. Die Analyse formuliert das so: „Konkret schätzen wir, dass von den derzeit 73 Milliarden Dollar an Total Value Locked in DeFi rund 9 Milliarden Dollar in Stablecoins und 3 Milliarden Dollar in RWAs liegen.“ Bis 2030 könnten jeweils 600 Milliarden Dollar an Stablecoins und RWAs in DeFi aktiv sein. Hinzu kämen nach der Modellrechnung etwa 1,6 Billionen Dollar an krypto-nativen Assets, falls diese weiter eng mit der Entwicklung von Ethereum korrelieren.
Uniswap soll von diesem Szenario vor allem profitieren, wenn es seine Rolle als allgemeine Handelsinfrastruktur ausbaut und Partnerschaften mit traditionellen Finanzakteuren gewinnt. Standard Chartered schreibt: „Für TradFi-Institutionen sollte Uniswap weniger als Retail-DEX-App und stärker als Marktinfrastruktur betrachtet werden, mit der TradFi integrieren kann, sobald tokenisierte Vermögenswerte skalieren und TradFi-Betreiber sie mit DeFi verbinden wollen.“ Gleichzeitig benennt die Bank Voraussetzungen und Risiken: „Die Erfassung von RWA-Volumen wird eine erhebliche Kommerzialisierung von Uniswap und starke Partnerschaften mit TradFi-Akteuren erfordern. Das ist erreichbar, aber noch nicht bewiesen.“
Die Standard-Chartered-Prognose setzt auf ein Szenario, in dem DeFi deutlich stärker mit tokenisierten Vermögenswerten und traditioneller Finanzinfrastruktur verschmilzt. Uniswap gilt in dieser Lesart nicht nur als dezentrale Börse, sondern als potenzielle Basisschicht für handelbare On-Chain-Liquidität. Ob UNI tatsächlich bis 2030 auf 100 Dollar steigt, hängt nach der Analyse vor allem davon ab, ob Uniswap das erwartete Wachstum tokenisierter Assets kommerziell, technisch und regulatorisch in nachhaltige Protokollgebühren übersetzen kann.
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