StartNewsRipple-CEO wettert gegen Jamie Dimon im Streit um Krypto-Gesetz

Ripple-CEO wettert gegen Jamie Dimon im Streit um Krypto-Gesetz

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Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, sieht im Clarity Act einen möglichen Wendepunkt für die US-Kryptoindustrie und für das eigene Geschäft mit Banken, Zahlungsdienstleistern und Unternehmenskunden. In einem Interview bei Fox Business am 11. Juni stellte er die geplante Regulierung als Voraussetzung für mehr institutionelle Nutzung digitaler Assets dar — und wies zugleich Kritik von JPMorgan-Chef Jamie Dimon scharf zurück.

Garlinghouse: Clarity Act stärkt Ripple-Wachstum

Garlinghouse reagierte im Interview zunächst auf die Einschätzung, dass Galaxy dem Clarity Bill eine 60-prozentige Chance auf eine Verabschiedung vor der August-Pause des US-Kongresses einräume. Zugleich wurde er auf Jamie Dimon angesprochen, den CEO von JPMorgan Chase, der sich kritisch zum Clarity Act geäußert hatte. Garlinghouse ordnete Dimons Haltung als interessengeleitet ein: „Zunächst muss man anerkennen, dass Jamie Dimon diese Branche seit einem Jahrzehnt abtut. Er hat sie ein Schneeballsystem genannt. Er hat Bitcoin einen Briefbeschwerer genannt.“

Der Ripple-Chef verwies dabei auf JPMorgans bestehendes Zahlungsgeschäft. „Wenn man sich JPMorgan anschaut, erzielen sie 20 Milliarden Dollar Umsatz mit ihrem Zahlungsgeschäft und mehr als 5 Milliarden Dollar Gewinn. Jamie Dimon sollte also auch klar sagen, dass er versucht, ein Geschäft zu schützen und einen tieferen Burggraben darum zu ziehen, das für sie extrem profitabel ist.“ Aus Garlinghouses Sicht gehe es den etablierten Banken daher auch darum, den Status quo zu erhalten.

Besonders widersprach Garlinghouse der Darstellung, der Clarity Act würde Compliance-Anforderungen schwächen oder illegale Aktivitäten erleichtern. „Was Jamie Dimon in diesem Interview getan hat, war aus meiner Sicht ein Bärendienst: Er stellt es so dar, als würde dies Compliance-Bedenken verringern oder es einfacher machen, schlechte Dinge zu tun. Das stimmt einfach nicht. Es ist entweder eine absichtliche Falschdarstellung oder zumindest fahrlässig, damit Unterstützung für den Clarity Act verschwinden zu lassen.“

Regulierung soll US-Krypto wieder an Land holen

Für Garlinghouse liegt der zentrale Nutzen regulatorischer Klarheit nicht nur bei Krypto-Unternehmen, sondern auch beim Verbraucherschutz in den USA. „Schauen wir zunächst auf den Verbraucher. Neunzig Prozent des Krypto-Handels finden derzeit offshore statt, nicht in den Vereinigten Staaten. Das schützt US-Verbraucher nicht.“ Ein klarer Rahmen könne dazu beitragen, dass mehr Aktivität wieder innerhalb der USA stattfinde und dort unter Aufsicht stehe.

Ripple selbst positioniert Garlinghouse dabei ausdrücklich nicht als Endkundenplattform, sondern als Anbieter für institutionelle Kunden. „Ripple ist wirklich auf Unternehmen fokussiert. Wir bedienen Banken. Wir bedienen Zahlungsdienstleister. Wir bedienen Prime-Brokerage-Kunden und Unternehmen.“ Wenn der Clarity Act verabschiedet werde, könne diese Sicherheit CFOs, Treasurer und Bankmanagern helfen, sich stärker mit digitalen Assets zu beschäftigen, statt regulatorische Rückschläge unter künftigen Aufsehern zu fürchten.

Auch für das Wachstum von Ripple stellte Garlinghouse die Verbindung zu klareren Regeln her. „Ripple ist im vergangenen Jahr dramatisch gewachsen. Ohne diese Klarheit ist ein großer Teil dieses Wachstums außerhalb der USA. Wir erwarten, dieses Jahr mit einer Umsatz-Run-Rate von einer Milliarde Dollar zu beenden, ohne das XRP auf unserer Bilanz einzurechnen.“ Als wichtige Wachstumsfelder nannte er Ripple Treasury, Stablecoins und Zahlungsinfrastruktur. Zu RLUSD sagte er: „Unser Stablecoin-Wachstum — wir haben ihn vor etwa 18 Monaten gestartet — ist bereits unter den Top fünf Stablecoins. Wir sehen dort weiterhin Wachstum und sind sehr gespannt auf das, was 2026 vor uns liegt.“

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