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Hoskinson warnt: Cardano muss Governance-Chaos beenden oder scheitern

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Charles Hoskinson, Gründer von Cardano und CEO von Input Output, sieht die Governance des Netzwerks an einem kritischen Punkt. In seinem Livestream „Discord III“ vom 15. Juni 2026 skizzierte er einen Plan, wie Cardano seine Entscheidungsprozesse stärker strukturieren, DRep-Beteiligung erzwingen und Governance-Debatten aus öffentlichen, unmoderierten Kanälen in einen eigens dafür geschaffenen Raum verlagern soll.

Hoskinson warnt vor Cardanos Governance-Kipppunkt

Hoskinson beschrieb die aktuelle Lage als strukturelles Problem, nicht als bloßen Kommunikationskonflikt. Aus seiner Sicht fehlen Cardano derzeit gemeinsame Definitionen für Wachstum, belastbare Entscheidungswege und ein Prozess, der produktive Governance-Debatten schützt. „Ohne das werden wir sterben. Wir bringen uns gerade selbst um. Wir haben keine gemeinsame Quelle der Wahrheit“, sagte Hoskinson. „Wenn deine Version von Wachstum anders ist als die Version eines anderen, wirst du immer sagen, dass wir gescheitert sind, egal wie viel Geld wir ausgeben oder welcher Strategie wir folgen.“

Besonders scharf kritisierte Hoskinson die Verlagerung komplexer Governance-Fragen auf soziale Medien. Broadcast-Plattformen wie X oder Reddit seien aus seiner Sicht ungeeignet, um unfertige Ideen zu prüfen, weil Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und einzelnen Personen zugeschrieben werden könnten. Er formulierte das Problem anhand eines hypothetischen Beispiels zu einer kontroversen ADA-Emission und betonte ausdrücklich, dies sei kein Vorschlag. „Wir können niemals eine unfertige Idee haben, weil diese Person jedes Mal, wenn etwas Kontroverses gesagt wird, behauptet, es sei bereits entschieden“, sagte er. „Dann heißt es, eine Kabale bewege sich, um diese Sache einzuleiten, und man müsse diese böse Kabale sofort stoppen.“

Hoskinson verband diese Analyse mit einer deutlichen Warnung an das Ökosystem. Er sagte, Cardano verliere engagierte Mitwirkende, weil der Prozess sie auszehre, und verwies auf DReps, die sich zurückzögen oder öffentlich Frustration äußerten. „Cardano muss handeln oder untergehen“, sagte Hoskinson. „Wir haben eine großartige Gruppe von Menschen, wir haben großartige Technologie, wir haben die Fähigkeit zu einer großen Vision. Und der Rest der Branche schaut zu und stellt eine sehr grundlegende Frage: Bekommt Cardano seine Angelegenheiten in den Griff oder nicht?“

Discord-Pläne sollen DRep-Prozess neu ordnen

Kern seines Vorschlags ist ein spezieller Governance-Discord, der nicht als allgemeiner Kommunikationskanal, sondern als streng moderierter Arbeitsraum dienen soll. Hoskinson sagte, Cardano befinde sich derzeit in „Stage One“, einer Ideationsphase, in der eine Arbeitsgruppe bei Input Output und ausgewählte weitere Beteiligte Zweck, Rollen, Moderation und Verantwortlichkeiten festlegten. „Wir wollen Governance aus unmoderierten Kanälen herausziehen und in einen dedizierten Raum bringen“, sagte er. „Das Ziel ist nicht, über das Wetter zu reden. Es geht um das Budget von Cardano als Ganzes, die Strategie von Cardano als Ganzes und die Vertikalen von Cardano als Ganzes.“

Für diesen Raum schlug Hoskinson Regeln nach dem Vorbild der Chatham-House-Regel vor: Informationen aus Gesprächen sollen nutzbar sein, aber ohne Zuordnung zu Identität oder Zugehörigkeit einzelner Sprecher. Technisch brachte er Zero-Knowledge-Verfahren, eine Anonymitätsschicht, Midnight sowie anonyme Voting-Frameworks wie Semaphore ins Spiel. „Governance erfordert die Fähigkeit, ein Gespräch zu führen, in dem es ein Konzept von Vertraulichkeit gibt oder zumindest keine Zuschreibung der sprechenden Personen“, sagte er. „Das kann mit Zero-Knowledge-Technologie erreicht werden. Die Teilnehmer können beweisen, dass sie Teil des Governance-Discords sind, aber ihre Identitäten bleiben anonym.“

Politisch will Hoskinson dem Prozess „Zähne“ geben. Er stellte eine mögliche politische Partei in Aussicht und sagte, er würde nur unter dieser Bedingung selbst DRep werden. Eine Bedingung dieser Partei solle sein, automatisch gegen alle Finanzierungsanträge zu stimmen, deren Antragsteller nicht dem Governance-Discord beitreten und dort teilnehmen. „Man muss diesen Dingen Zähne geben, denn wenn man das nicht tut, nimmt niemand teil, niemand tritt bei, niemand ist Teil der Unterhaltung“, sagte Hoskinson. „Wenn man öffentliche Mittel von Cardano erhalten will, um Cardano besser zu machen und Cardano wachsen zu lassen, dann muss man Teil des Rechenschaftsprozesses sein.“

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