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Sam Bankman-Fried verliert Berufung gegen FTX-Betrugsurteil

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Sam Bankman-Fried bleibt im FTX-Fall verurteilt: Ein Berufungsgericht in Manhattan hat den Versuch des früheren FTX-Gründers zurückgewiesen, seine Betrugsverurteilung und die 25-jährige Haftstrafe aufheben zu lassen. Für die Krypto-Branche ist die Entscheidung ein weiterer juristischer Schlusspunkt in einem Fall, der seit dem Zusammenbruch von FTX im November 2022 als Referenz für Governance-, Verwahrungs- und Interessenkonflikte bei zentralisierten Handelsplattformen gilt.

Bankman-Fried scheitert mit Berufung im FTX-Fall

Sam Bankman-Fried, Gründer der kollabierten Kryptobörse FTX und früher einer der bekanntesten Unternehmer der Branche, ist mit seiner Berufung gescheitert. Ein dreiköpfiges Richtergremium des 2nd U.S. Circuit Court of Appeals in Manhattan bestätigte am 12. Juni 2026 die Verurteilung wegen Betrugs sowie die 25-jährige Haftstrafe. Reuters formulierte den Kern der Entscheidung so: „Sam Bankman-Fried verlor am Freitag seinen Versuch, seine Betrugsverurteilung und die 25-jährige Gefängnisstrafe wegen des Zusammenbruchs der von ihm gegründeten Kryptobörse FTX aufheben zu lassen. Die Entscheidung wurde von einem dreiköpfigen Richtergremium des in Manhattan ansässigen 2nd U.S. Circuit Court of Appeals erlassen.“

Die Verteidigung hatte im Berufungsverfahren argumentiert, der zuständige Bundesrichter Lewis Kaplan habe Bankman-Fried im Prozess zu Unrecht daran gehindert, Beweise vorzulegen, die seine damalige Einschätzung zur Zahlungsfähigkeit von FTX stützen sollten. Nach Darstellung seiner Anwälte hätte dieses Material zeigen können, dass Bankman-Fried glaubte, FTX verfüge über ausreichend Vermögenswerte, um Auszahlungsforderungen von Kunden zu erfüllen. Reuters fasste die Linie der Verteidigung so zusammen: „Bankman-Frieds Verteidiger argumentierten, US-Bezirksrichter Lewis Kaplan habe Bankman-Fried unzulässig daran gehindert, Beweise einzuführen, die seine Überzeugung stützen sollten, dass FTX über genügend Mittel verfügte, um Kundenabhebungen zu bedienen.“

Die Staatsanwaltschaft hielt dem entgegen, dass die Beweislage im Prozess überwältigend gewesen sei. Dazu zählten interne Unterlagen sowie Aussagen ehemaliger Führungskräfte aus dem Umfeld von FTX und Alameda Research, Bankman-Frieds Krypto-Tradingfirma. Reuters schrieb dazu: „Die Staatsanwälte entgegneten, die Beweise im Prozess, einschließlich der Aussagen dreier früherer Stellvertreter Bankman-Frieds, hätten seine Schuld überwältigend bewiesen. Diese früheren Mitarbeiter, die sich schuldig bekannt und einer Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zugestimmt hatten, sagten aus, er habe sie angewiesen, FTX-Kundengelder anzuzapfen, um Verluste bei Alameda Research zu stopfen.“

US-Gericht bestätigt 25 Jahre Haft wegen Betrugs

Bankman-Fried war am 2. November 2023 von einer Bundesjury in Manhattan in allen sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Die Jury beriet Reuters zufolge etwas mehr als vier Stunden. Die Anklage umfasste zwei Betrugsvorwürfe und fünf Verschwörungsvorwürfe, darunter Verschwörung zum Wire Fraud, Wertpapierbetrug, Rohstoffbetrug und Geldwäsche. Bankman-Fried hatte auf nicht schuldig plädiert und im Prozess ausgesagt, er habe beim Management von FTX Fehler gemacht, aber keine Kundengelder gestohlen. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Fall dagegen als „Betrug epischen Ausmaßes“ und erklärte, Bankman-Fried habe mehr als 8 Milliarden US-Dollar von Kunden entwendet; das US-Justizministerium nannte zudem eine Einziehungsanordnung von mehr als 11 Milliarden US-Dollar.

Zentrale Belastungszeugen waren Caroline Ellison, frühere CEO von Alameda Research, Gary Wang, Mitgründer von FTX, und Nishad Singh, ehemaliger Engineering-Manager bei FTX. Sie hatten sich schuldig bekannt und sagten im Prozess gegen Bankman-Fried aus. Ellison erklärte, Bankman-Fried habe sie und andere angewiesen, FTX-Kunden zu betrügen, indem deren Gelder ohne ihr Wissen verwendet wurden. Wang sagte aus, Bankman-Fried habe ihn angewiesen, Alameda Sonderrechte auf FTX einzuräumen, wodurch die Tradingfirma heimlich Milliarden von der Börse abziehen konnte. Bei der Strafzumessung am 28. März 2024 sagte Richter Kaplan nach Reuters-Angaben, Bankman-Fried habe gewusst, dass sein Verhalten falsch war, aber „eine sehr schlechte Wette über die Wahrscheinlichkeit abgeschlossen, erwischt zu werden“.

Der Fall bleibt auch deshalb für Krypto-Märkte relevant, weil FTX vor dem Kollaps zu den wertvollsten privaten Unternehmen der Branche zählte. Im Januar 2022 hatte FTX 400 Millionen US-Dollar zu einer Bewertung von 32 Milliarden US-Dollar eingesammelt; zu den Investoren gehörten SoftBank, Temasek und das Ontario Teachers’ Pension Plan Board. Nach einer Welle von Auszahlungsanfragen und wachsenden Sorgen über die Verflechtungen mit Alameda meldete FTX am 11. November 2022 in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 an. Bankman-Fried trat als CEO zurück, und der Restrukturierungsexperte John J. Ray III übernahm die Führung. Später genehmigte ein Insolvenzgericht einen Plan, nach dem die meisten Kunden Rückzahlungen erhalten sollten; Reuters berichtete, dass 98 Prozent der Kunden mindestens 118 Prozent ihres Kontowerts per November 2022 erhalten sollten. Das bedeutet jedoch keine vollständige Wiedergutmachung in Krypto-Begriffen, da Forderungen in US-Dollar zum Insolvenzzeitpunkt bewertet wurden und Kunden damit den späteren Kursanstieg von Assets wie Bitcoin und Solana verpassten.

Die Niederlage in der Berufung lässt Bankman-Frieds Verurteilung und die 25-jährige Haftstrafe bestehen. Er verbüßt seine Strafe derzeit in einem Bundesgefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe nahe Santa Barbara in Kalifornien und ist Reuters zufolge im Jahr 2044 für eine Entlassung berechtigt. Weitere rechtliche Schritte wie ein Antrag auf erneute Anhörung oder eine Petition an den Supreme Court bleiben theoretisch möglich, ändern aber zunächst nichts daran, dass das zentrale Urteil im FTX-Strafverfahren Bestand hat.

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QuelleReuters

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