StartNewsCardano vor Kurswechsel? Hoskinson fordert neue Treasury-Strategie für 2026

Cardano vor Kurswechsel? Hoskinson fordert neue Treasury-Strategie für 2026

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Charles Hoskinson hat einen grundlegenden Kurswechsel für Cardanos Wachstumsstrategie skizziert. In einem einstündigen Video zur Finanzierung des Ökosystems für 2026 warb der Cardano-Gründer dafür, den Fokus weg von reiner Infrastruktur und stärker hin zu Anwendungen, Nutzererfahrung, Markenaufbau und gezielten Treasury-Investments zu verlagern.

Hoskinson richtet Cardano-Strategie neu aus

Hoskinson ordnet Cardanos Entwicklung künftig in drei Ebenen ein: Infrastruktur, Nutzen und Erfahrungen. Über Jahre sei das Ökosystem vor allem auf der Infrastrukturseite überfinanziert gewesen, während Anwendungen, Wallets, Onboarding und Content kaum ausreichend unterstützt worden seien. Seine Kernthese: Infrastruktur bleibe unverzichtbar, reiche aber allein nicht mehr aus, um Nutzer, Kapital und Aktivität in relevantem Umfang auf die Chain zu ziehen.

Dabei widerspricht er sowohl pauschaler Infrastrukturkritik als auch der Vorstellung, Core-Teams müssten ohne nachhaltiges Finanzierungsmodell auskommen. „Die Infrastruktur muss man immer bezahlen. Man muss sie auf die richtige Größe bringen. Und sie ist nur einer von drei Teilen“, sagte er sinngemäß. Für Node-Teams bezifferte er die laufenden Kosten auf rund 1 bis 5 Millionen US-Dollar pro Jahr, bei typischerweise 10 bis 40 Vollzeit-Ingenieuren plus weiterem Personal. Seine Empfehlung für den aktuellen Reifegrad des Netzwerks: ein Kernpaket aus Haskell-, Rust- und Go-Nodes, ergänzt um Hydra, Sprachen wie Aiken und Plutus sowie weitere zentrale Middleware.

Zugleich formuliert Hoskinson eine deutliche Diagnose zur Lage der Anwendungen auf Cardano. Bei Monthly Active Users, TVL, täglichen Transaktionen und Erlösen sehe das Netzwerk derzeit nicht gut aus. „Es gibt viele DApps und DeFi-Protokolle im Cardano-Ökosystem, die Geld verlieren. Sie haben nicht viele Nutzer. Sie haben nicht viel TVL. Sie bekommen nicht viele Transaktionen. Das ist kein Schuldzuweisen und keine Kritik. Das ist eine objektive, messbare Realität.“ Deshalb brauche Cardano aus seiner Sicht einen strategischen statt taktischen Ansatz — inklusive klarer Auswahlentscheidungen und einer engeren Abstimmung zwischen Teams.

Mehr Mittel für Nutzen, Marke und Wachstum

Für die Utility-Ebene schlägt Hoskinson ein Treasury-Investitionsmodell vor, das keine Zuschüsse ohne Gegenleistung vorsieht. Statt „freiem Geld“ solle das Ökosystem über einen gewichteten Index gezielt in ausgewählte Projekte investieren und im Gegenzug Token-Beteiligungen sowie Auflagen erhalten. Diese Auflagen würden laut Hoskinson operative Kostensenkungen, zusätzliche Aufsicht, strategische Ausrichtung und eine teilweise Weiterleitung von Protokolleinnahmen an den Treasury umfassen, etwa über ADA-Rückkäufe. Das Ziel sei, dass sich solche Investitionen binnen ein bis drei Jahren selbst tragen und gleichzeitig die Utility-Schicht konsolidieren.

Inhaltlich sieht Hoskinson zwei Stoßrichtungen als besonders aussichtsreich: Bitcoin-DeFi und Privacy. Cardano werde aus seiner Sicht „nicht bei Kosten, nicht bei Liquidität und nicht bei Nutzern“ gewinnen, weil das Netzwerk in diesen Kategorien aktuell keine Führungsposition habe. „Wir werden über differenzierende Merkmale konkurrieren. Datenschutz ist ein großes Thema“, sagte er. Bitcoin-DeFi könne neue TVL-Quellen erschließen, während Privacy-Funktionen in Verbindung mit Midnight Cardano ein klareres Alleinstellungsmerkmal geben sollen. Beide Felder beschreibt er als deutlich größere adressierbare Märkte als das, was Cardano heute aus eigener Kraft erreicht.

Noch schärfer fiel seine Kritik an der Experience-Schicht aus. Laut Hoskinson werde die Content-, Ambassador- und Wallet-Seite im Cardano-Ökosystem strukturell unterfinanziert. „Es gibt heute ungefähr sechs Personen, die verlässlich Inhalte für Cardano produzieren. Keine von ihnen verdient damit wirklich Geld. Das ist die Wahrheit der Sache.“ Diese Lücke schlage direkt auf die Wahrnehmung der Chain durch. „Cardano gilt als die uncoole Chain. Ghost-Chain. Niemand nutzt Cardano. Cardano ist ein totes Projekt“, fasste er das vorherrschende Narrativ zusammen. Um das zu ändern, fordert er mehr Mittel für Creator, ein besseres mobiles Onboarding, klare UI/UX-Standards, stärkere Wallet-Unterstützung, mehr Hackathons und eine koordinierte Präsenz dort, wo sich Krypto-Nutzer und Entwickler tatsächlich aufhalten.

Hoskinsons Vorstoß ist damit weniger ein einzelner Budgetvorschlag als ein Rahmen für die nächste Phase von Cardanos Governance. Entscheidend wird sein, ob sich daraus tatsächlich gemeinsame Treasury-Initiativen formen lassen — und ob das Ökosystem bereit ist, Prioritäten zu setzen, Projekte zu bündeln und Kapital offensiver einzusetzen. Für Hoskinson ist jedenfalls klar, dass Cardano 2026 nicht mehr primär ein Infrastrukturprojekt sein darf, sondern ein Netzwerk, das Nutzen und Nutzererfahrung endlich zum Wachstumsmotor macht.

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