Intersect hat die Governance Action zur Einleitung des „van Rossem“-Hard-Forks auf dem Cardano-Mainnet eingereicht. Die geplante Intra-Era-Hard-Fork hebt Cardano auf Protokollversion 11, bleibt aber in der Conway-Ära und soll vor allem Plutus, Ledger-Konsistenz sowie Node-Diagnostik erweitern. Für Entwickler ist der Vorschlag relevant, weil er neue On-Chain-Primitiven, einheitliche Built-ins über Plutus V1, V2 und V3 sowie effizientere UPLC-Case-Ausdrücke bringt.
Van-Rossem-Hard-Fork hebt Plutus auf Version 11
Die Governance Action „Hard Fork to Protocol Version 11 (‘van Rossem’ Hard Fork)“ wurde am 16. Juni 2026 in Epoche 637 eingereicht und läuft am 18. Juli 2026 in Epoche 644 aus. Intersect schrieb auf X: „Die Governance Action zur Einleitung des van-Rossem-Hard-Forks wurde auf dem Cardano-Mainnet eingereicht. Es handelt sich um eine Intra-Era-Hard-Fork, die einige neue Funktionen einführt und die Grundlage für die nächste große Ära, Dijkstra, legt, die letztlich Leios auf das Cardano-Mainnet bringen wird.“ Im Antrag selbst heißt es, das Mainnet werde auf „Major Version 11 und Minor Version 0“ aktualisiert, während „das Ledger in der Conway-Ära bleibt“ und „kein Ära-Übergang“ erfolgt.
The van Rossem hard fork initiation governance action has been submitted on the Cardano mainnet.
An intra-era hard fork that introduces some new features and lays the foundation for the next major era, Dijkstra, which will ultimately bring Leios to Cardano mainnet.
Looking to… pic.twitter.com/IiB3t0Akke
— Intersect (@IntersectMBO) June 16, 2026
Der Name der Hard Fork geht auf Max van Rossem zurück, ein Mitglied der Cardano-Community, das als Entwickler, Stake Pool Operator, DRep und Delegierter der Constitutional Convention aktiv war. Nach seinem Tod im Oktober 2025 stimmte die Community Anfang 2026 dafür, die Hard Fork nach ihm zu benennen; die entsprechende Info Action „Name Protocol Version 11 hard fork – van Rossem“ erhielt 83,62 Prozent DRep-Unterstützung und 4,44 Milliarden ADA. In den Metadaten des Vorschlags heißt es: „Die Cardano-Community hat einen ihrer engagiertesten Builder verloren. Max van Rossem starb im Oktober 2025 und hinterließ ein Vermächtnis, das in die Grundlagen von Cardanos Governance, seiner Community und der Generationen von Buildern eingewoben ist, die folgen werden.“
Technisch bündelt Protokollversion 11 einen fokussierten Satz an Änderungen für Plutus. Der Antrag formuliert den Kern so: „Plutus wird auf drei sich ergänzende Arten verbessert. Erstens stellen mehrere neue Plutus-Primitiven, definiert in CIP-0109, CIP-0132, CIP-0133, CIP-0138 und CIP-0153, unter anderem eine On-Chain-Primitive für modulare Exponentiation, eine effiziente dropList-Operation, Multi-Scalar Multiplication über BLS12-381, einen Array-Built-in-Typ mit konstanter Zugriffszeit und einen nativen Value-Built-in-Typ bereit.“ Zudem sollen alle Plutus-Built-ins konsistent über V1, V2 und V3 verfügbar werden, wodurch auch bestehende V1- und V2-Skripte funktional erweitert werden, ohne dass der Vorschlag eine neue Plutus-Version einführt.
Neue Primitive und Ledger-Regeln für Cardano
Die neuen Primitiven adressieren konkrete Engpässe im Smart-Contract-Stack. CIP-0109 führt expModInteger für modulare Exponentiation ein, CIP-0132 ergänzt dropList, CIP-0133 bringt optimierte BLS12-381-Multi-Scalar-Multiplication-Funktionen, CIP-0138 führt einen polymorphen Array-Typ mit konstantem Indexzugriff ein, und CIP-0153 ergänzt einen nativen Value-Typ für Multi-Asset-Werte. Der Antrag beschreibt den Effekt so: „Gemeinsam adressieren diese Ergänzungen anerkannte Durchsatzengpässe – Indexierung in konstanter Zeit, schnelle Listendurchläufe und native Value-Verarbeitung –, ermöglichen effizientere pairing-basierte Zero-Knowledge-Kryptografie und machen es überflüssig, Operationen wie modulare Inversen in Off-Chain-Prozesse auszulagern.“
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Case-Ausdrücken für die Built-in-Typen Bool, Integer und Data in Untyped Plutus Core. Bisher mussten Skripte für Verzweigungen über Datenstrukturen auf teurere Muster wie verkettete if-, equalsInteger– oder unConstrData-Konstruktionen zurückgreifen. Im Antrag heißt es dazu: „Vor diesem Upgrade beruht Branching über Data-Strukturen oder über Integer- und Boolean-Werte auf verketteten if/equalsInteger/unConstrData-Mustern, die zur Laufzeit teuer und auf Quellcode-Ebene ausführlich sind; Data-Matching ist einer der großen Performance-Engpässe aktueller Skripte. Native Case-Ausdrücke lassen den Interpreter direkt anhand des relevanten Tags oder Werts verzweigen und liefern dadurch erhebliche Performance-Gewinne und sauberere Skriptlogik.“
Auch auf Ledger- und Node-Ebene zieht der Hard-Fork-Vorschlag mehrere Regeln enger. VRF-Key-Hash-Eindeutigkeit wird künftig auf Ledger-Ebene erzwungen, sodass zwei Stake Pools nicht denselben VRF-Key verwenden können; außerdem werden Reference-Input-Regeln für Plutus V1 und V2 überarbeitet, die Restriktion für Stimmen des Constitutional Committee wird von einer Mempool-Prüfung zu einer Ledger-Regel, und die Prüfung nicht übereinstimmender Withdrawals soll klarere Fehlermeldungen liefern. Der Vorschlag hält fest: „Diese Änderungen können nur durch eine Hard Fork aktiviert werden. Sie verändern die Regeln, unter denen Blöcke und Transaktionen validiert werden, und erfordern daher eine koordinierte Aktivierung über alle Nodes im Netzwerk hinweg.“
Für die Ratifizierung verweist die Governance Action auf die Cardano Constitution: Mindestens 85 Prozent der Stake Pools nach aktivem Stake sollen vor der Ratifizierung auf eine Node-Version aktualisiert haben, die Protokollversion 11 unterstützt. Die Hard Fork Working Group von Intersect empfahl die Einreichung am 15. Juni 2026, das Technical Steering Committee von Intersect bestätigte sie am 16. Juni 2026. Zum Test- und Sicherheitsstand heißt es im Antrag, Testberichte zeigten „keine Verhaltensregressionen“, vollständige Übereinstimmung zwischen Spezifikation und Implementierung der neuen Ledger-Regeln sowie die korrekte Funktion der neuen Plutus-Primitiven und Case-Ausdrücke über Plutus V1, V2 und V3 hinweg; außerdem seien Sicherheitsprüfungen für Plutus-BLS-Primitiven und Ausführungskosten erfolgt.
Der van-Rossem-Hard-Fork ist damit kein Era-Wechsel, aber ein substanzielles Protokoll-Upgrade für Cardanos Smart-Contract- und Ledger-Schicht. Für Builder stehen effizientere Kryptografie, native Datenstrukturen und konsistentere Plutus-Funktionen im Vordergrund; für Betreiber und Governance-Teilnehmer zählen die strengeren Ledger-Regeln, klarere Diagnostik und die geforderte Stake-Pool-Bereitschaft. In den Metadaten wird die Widmung an Max van Rossem ausdrücklich als Teil der Community-Erinnerung festgehalten: „Die van-Rossem-Hard-Fork, Cardanos Protokollversion 11, ist die Art der Community zu sagen: Wir erinnern uns. Die Bäume, die du gepflanzt hast, wachsen. Dein Signal bleibt.“
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