Bitget EU hat bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA eine Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen nach MiCAR beantragt. Der Schritt kommt in einer Phase, in der große internationale Handelsplätze ihre EU-Strukturen neu ordnen und die regulatorische Übergangsphase für Kryptoanbieter zunehmend marktrelevant wird.
Bitget EU beantragt MiCAR-Lizenz in Österreich
Bitget EU hat den Antrag auf Autorisierung als Crypto-Asset Service Provider nach der Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte bei der FMA eingereicht. In der Unternehmensmitteilung heißt es: „Bitget EU hat bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht als zuständiger Behörde in Österreich einen Antrag auf Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen nach der Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte eingereicht.“ Damit positioniert sich die europäische Einheit der Börse für einen möglichen regulierten Marktzugang innerhalb der EU.
Gracy Chen, CEO von Bitget, erklärte auf X, der Antrag befinde sich derzeit in der Prüfung. Sie schrieb: „Ein kurzes Update für unsere EU-Community dazu, wo Bitget EU im MiCAR-Zulassungsprozess steht: Bitget EU hat bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht einen Antrag auf Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen nach MiCAR eingereicht. Der Antrag von Bitget EU wird derzeit regulatorisch geprüft.“ Für Nutzer ist damit vor allem entscheidend, dass es sich noch nicht um eine erteilte Lizenz handelt, sondern um ein laufendes Verfahren.
A quick update for our EU community on where Bitget EU stands in the MiCAR authorisation process:
🔹 Bitget EU has submitted an application for authorisation as a crypto-asset service provider under MiCAR to the Austrian Financial Market Authority.
🔹 Bitget EU’s application is… https://t.co/SKampjmanw
— Gracy Chen @Bitget (@GracyBitget) June 17, 2026
Bitget stellt den möglichen EU-Start ausdrücklich unter den Vorbehalt der Genehmigung und weiterer regulatorischer Schritte. In dem Update heißt es weiter: „Sobald die erforderliche Zulassung erteilt wurde und alle anwendbaren regulatorischen Schritte abgeschlossen sind, beabsichtigt Bitget EU, Kryptowerte-Dienstleistungen in der Europäischen Union gemäß MiCAR und im Rahmen jeder erteilten Zulassung anzubieten.“ Die Formulierung ist eng gefasst und vermeidet eine Aussage darüber, wann oder in welchem konkreten Umfang Bitget EU starten könnte.
Antrag bei der FMA: EU-Start unter Vorbehalt
Für bestehende Kunden von Bitget Global ändert die Mitteilung nach Darstellung des Unternehmens zunächst nichts an den geltenden Vertrags- und Rechtsbeziehungen. Bitget schreibt: „Für bestehende Kunden von Bitget Global wird der Zugang zu den Produkten und Dienstleistungen von Bitget Global weiterhin unter anderem durch die anwendbaren vertraglichen und rechtlichen Vereinbarungen geregelt, wie sie von Bitget Global online offengelegt werden. Weder diese Erklärung noch eine damit verbundene Mitteilung ändert, ersetzt oder beeinflusst diese Vereinbarungen in anderer Weise.“ Nutzer sollen für Details auf die Nutzungsbedingungen der Plattform verwiesen werden.
Auch zur Verwahrung und Verfügbarkeit von Kundengeldern äußerte sich Bitget in dem Update. Die Börse erklärte: „Ihre Gelder bleiben sicher, und Sie können Ihre Vermögenswerte hier verifizieren. Der Zugang zu Ihren Vermögenswerten unterliegt weiterhin den Geschäftsbedingungen der Plattform.“ Diese Passage ist vor allem relevant, weil regulatorische Umstellungen in der EU regelmäßig Fragen zu Kontinuität, Produktzugang und Custody-Strukturen auslösen.
Der Antrag fällt in ein angespanntes europäisches MiCAR-Umfeld. Reuters berichtete, dass Binance voraussichtlich die Erlaubnis verlieren könnte, EU-Kunden ab Juli 2026 zu bedienen, weil der MiCA-Lizenzantrag in Griechenland vor einer Ablehnung durch die Hellenic Capital Market Commission stehen soll. Binance widersprach der Darstellung und erklärte, das Unternehmen arbeite weiter an einer MiCA-Zulassung; CEO Richard Teng betonte zudem, Kundengelder blieben sicher und zugänglich. Parallel berichtete The Big Whale, dass es im Umfeld des griechischen Binance-Antrags politische Interventionen gegeben haben soll, unter anderem mit Blick auf Stablecoins und die Rolle großer Handelsplätze als Liquiditätszugänge in Europa. Für Bitget ist die österreichische Route daher nicht nur ein nationaler Antrag, sondern Teil eines breiteren Wettbewerbs um regulierten EU-Marktzugang unter MiCAR.
Ob Bitget EU seine MiCAR-Zulassung in Österreich erhält, hängt nun von der Prüfung durch die FMA und den anschließenden regulatorischen Schritten ab. Bis dahin bleibt der geplante EU-Start ausdrücklich vorbehaltlich der Autorisierung, während bestehende Bitget-Global-Kunden laut Unternehmen weiterhin den veröffentlichten Vertrags- und Plattformbedingungen unterliegen.
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