Mastercard und Ripple rücken KI-gesteuerte Zahlungen näher an den produktiven Einsatz in Unternehmen. Mastercard hat am 10. Juni 2026 in Purchase, New York, „Agent Pay for Machines“ vorgestellt, einen Dienst für programmatische, kontinuierliche und besonders schnelle Maschinenzahlungen über mehrere Zahlungswege hinweg. Ripple unterstützt die Initiative über RippleX und verweist dabei auf den XRP Ledger sowie den Stablecoin RLUSD als Bausteine für regelgebundene, auditierbare Agenten-Zahlungen.
Mastercard öffnet Agent Pay für Maschinen
Mastercard positioniert Agent Pay for Machines, kurz AP4M, als Erweiterung des 2025 eingeführten Agent-Pay-Programms. Der neue Dienst soll Zahlungen ermöglichen, die nicht mehr punktuell von Menschen ausgelöst werden, sondern im Hintergrund zwischen Systemen, KI-Agenten und Dienstleistern ablaufen. Mastercard beschreibt diese Transaktionen als hochfrequent, latenzarm und oft sehr klein im Wert, teilweise nur Bruchteile eines Cents. Unterstützt werden sollen Abwicklung und Settlement über mehrere Zahlungsarten hinweg, darunter Karten, Konten und Stablecoins.
Jorn Lambert, Chief Product Officer von Mastercard, formulierte den Anspruch entsprechend weit: „Agent Pay for Machines wird die Voraussetzungen für eine Blüte neuer KI-Geschäftsmodelle schaffen. Maschinenzahlungen können es ermöglichen, dass Dienste zwischen Agenten in grundsätzlich anderen Größenordnungen gekauft und verkauft werden als bei heutigen Zahlungen — mit sehr hohen Volumina, sehr kleinen Beträgen, sehr hoher Geschwindigkeit und extrem niedriger Latenz.“ Mastercard nennt als Beispiel einen KI-Agenten, der für einen Unternehmer eine Webpräsenz für einen Blumenladen aufbaut und dabei Domain, Hosting, Bilder und Checkout-Seiten innerhalb eines vorgegebenen Budgets einkauft.
Technisch stellt Mastercard vier Kernfunktionen in den Vordergrund: Credentialing, Permissioning, Transacting und Settling. Jeder Agent soll identifizierbar sein, Organisationen sollen Autorisierungsregeln und Ausgabenlimits programmatisch durchsetzen können, verifizierte Teilnehmer sollen über Anbieter und Systeme hinweg Transaktionen ausführen, und das Settlement soll zuverlässig über verschiedene Rails erfolgen. Zum Start gehören mehr als 30 Unternehmen und Organisationen zum Unterstützerkreis, darunter Adyen, Ant International, BVNK, Checkout.com, Cloudflare, Coinbase, OKX, Polygon, Solana Foundation, Stripe, Tempo, Turnkey, Utila und RippleX.
Ripple bringt XRPL und RLUSD in KI-Zahlungen
Ripple ordnet die Mastercard-Initiative in einen größeren Wandel des Zahlungsverkehrs ein. In einem X-Post schrieb das Unternehmen: „Wenn KI-Agenten beginnen, im Auftrag von Unternehmen Transaktionen auszuführen, brauchen Zahlungen mehr als Geschwindigkeit. Sie brauchen Vertrauen, Kontrollen und klare Regeln dafür, wie Werte bewegt werden.“ Ripple erklärte weiter, man helfe beim Aufbau einer Infrastruktur für vertrauenswürdige agentengesteuerte Zahlungen, wobei der XRP Ledger und RLUSD „das Fundament für die Zukunft des Handels“ mitlegen sollen.
As AI agents begin transacting on behalf of businesses, payments need more than speed. They need trust, controls, and clear rules for how value moves.
We’re helping build the infrastructure for trusted agent-driven payments, with the XRP Ledger and $RLUSD helping lay the… https://t.co/VyrC5a8e2e pic.twitter.com/OyF5vQIDYZ
— Ripple (@Ripple) June 10, 2026
Markus Infanger, Senior Vice President von RippleX, verbindet den Beitrag von XRPL und RLUSD ausdrücklich mit Unternehmensanforderungen an Kontrolle, Compliance und Nachvollziehbarkeit. „Autonome Agenten begleichen bereits Rechnungen und zahlen eigenständig für Rechenleistung, aber Institutionen können sich nur dann in diesem Tempo bewegen, wenn die Kontrollen mitziehen“, sagte Infanger. „XRPL und RLUSD sind so konzipiert, dass Unternehmen Agenten mit Maschinengeschwindigkeit innerhalb von Regeln transagieren lassen können, die die Chain selbst durchsetzt — mit Settlement in Sekunden, vorhersehbaren Kosten, programmierbarer Compliance und vollständiger Prüfspur, sodass Agenten immer nur das tun können, wozu sie autorisiert sind.“ Infanger bezeichnete Mastercards Schritt in Richtung reguliertes Stablecoin-Settlement on-chain zudem als wichtiges Signal für die Entwicklung hin zu einem Unternehmensstandard.
Auch andere Partner betonen die Rolle von Stablecoins und offenen Zahlungswegen. Nina Coughlin, Head of Stablecoin Business Development bei Coinbase, sagte: „KI-Agenten schaffen völlig neue Formen des Handels, die Zahlungen mit Maschinengeschwindigkeit erfordern. Wir freuen uns, gemeinsam mit Mastercard an einem offenen und interoperablen Rahmen für agentische Zahlungen zu arbeiten, der vertrauenswürdige Zahlungsnetzwerke mit programmierbaren digitalen Dollars und offenen Standards wie x402 verbindet.“ Chris Harmse, Mitgründer und Chief Business Officer von BVNK, sieht Stablecoins ebenfalls als wichtigen Baustein: „Wir beobachten einen grundlegenden Wandel im Handel, da Unternehmen zunehmend KI-Agenten einsetzen, um in ihrem Namen Transaktionen auszuführen. Bei BVNK glauben wir, dass Stablecoins eine starke Rolle dabei spielen werden, diesen Wandel zu ermöglichen, weil sie mehr Geschwindigkeit, Programmierbarkeit und Effizienz in die Bewegung von Werten bringen.“
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