Bitcoin ist nach Einschätzung von Rafael Schultze-Kraft, Mitgründer und Chief Technology Officer von Glassnode, in eine On-Chain-Zone gefallen, in der frühere Marktzyklen ihre Böden ausgebildet haben. In einer X-Analyse vom 5. Juni verwies er auf mehrere Bewertungsmodelle, die derzeit eine wahrscheinlichere Bodenregion zwischen rund 46.000 und 54.000 US-Dollar markieren. Zugleich betonte Schultze-Kraft ausdrücklich, dass sich ein Marktboden nicht im Voraus sicher bestimmen lasse.
Glassnode-Analyst sieht Bitcoin-Boden bei 46K–54K
Rafael Schultze-Kraft, Mitgründer und CTO des On-Chain-Analysehauses Glassnode, ordnet den jüngsten Bitcoin-Rückgang in ein breiteres Bewertungsraster ein. Bitcoin sei auf 62.000 US-Dollar gefallen, „nahezu 50 Prozent unter seinem Allzeithoch und 24 Prozent im Monatsvergleich“, schrieb er auf X. Der Preis habe sich damit „durch die oberen Stufen unseres Preisrahmens gearbeitet“ und bewege sich nun in einem Cluster von Bewertungsniveaus, „in dem frühere Zyklen ihren Boden gefunden haben“.
Ein zentrales Signal sieht Schultze-Kraft darin, dass Bitcoin erstmals seit Dezember 2022 unter das Break-even-Niveau des medianen Halters gefallen sei. „BTC ist erstmals seit Dezember 2022 unter das Break-even-Niveau des medianen Halters gerutscht. Der Preis liegt nun innerhalb eines breiteren Support-Clusters: dem Median Realized Price bei 64.100 US-Dollar und dem 200-Wochen-Durchschnitt bei 61.700 US-Dollar.“ Historisch sei Bitcoin nur in rund 7 Prozent seiner Marktgeschichte unter diesem Median-MVRV-Niveau gehandelt worden.
Unterhalb des 200-Wochen-Durchschnitts verortet Schultze-Kraft eine tiefere Kostenbasis-Leiter, die für die aktuelle Bodenanalyse entscheidend sei. Er nennt den Realized Price bei rund 54.000 US-Dollar, den CVDD bei rund 46.000 US-Dollar, den Balanced Price bei etwa 40.000 US-Dollar und den Delta Price bei etwa 35.000 US-Dollar. „Jedes frühere Zyklustief stach in dieses Band hinein und erholte sich anschließend“, schrieb der Glassnode-Mitgründer.

On-Chain-Modelle markieren tiefere Supportzone
Für Schultze-Kraft sind die Modelle innerhalb dieser Spanne nicht gleich gewichtet. „Nicht alle Modelle markieren den Boden gleich gut. Über frühere Tiefpunkte hinweg bildete BTC seinen Boden innerhalb einer Spanne von 1,05- bis 1,18-mal CVDD – dem präzisesten Anker in diesem Set.“ Höhere Bewertungsniveaus seien in früheren Marktphasen häufig unterschritten worden, während sich die Tiefpunkte wiederholt um den CVDD-Bereich gebündelt hätten. Der CVDD liege aktuell bei 46.200 US-Dollar.
Aus dieser Modellstruktur leitet Schultze-Kraft die von ihm bevorzugte Bodenregion ab. „Auf der heutigen Leiter platziert das die wahrscheinlichere Bodenzone zwischen CVDD und Realized Price: grob 46.000 bis 54.000 US-Dollar. Darunter liegt der Kapitulationsausläufer: Balanced Price bis Delta Price, etwa 35.000 bis 40.000 US-Dollar.“ Diese tiefere Zone sei historisch nur an weniger als 3 Prozent aller Handelstage erreicht worden.
Gleichzeitig verweist der Analyst auf eine wichtige Einschränkung: Die Drawdowns in Bitcoin-Zyklen seien mit zunehmender Marktreife flacher geworden. „Frühere Tiefs fielen um etwa 85 Prozent, 84 Prozent und 77 Prozent. Dieser Zyklus liegt bislang rund 50 Prozent unter dem Allzeithoch.“ Diese Entwicklung schließe einen tieferen Kapitulationsausläufer nicht aus, spreche aus seiner Sicht aber dafür, dass ein wahrscheinlicheres Tief näher an der oberen Zone liege.
Für die Oberseite nennt Schultze-Kraft zunächst den Bereich von 75.000 bis 79.000 US-Dollar als zentrale Rückeroberungszone, in der die Kostenbasis kurzfristiger Halter, der True Market Mean und der 200-Tage-Durchschnitt zusammenlaufen. „Dieses Cluster wieder in Unterstützung zu verwandeln, wäre das erste Zeichen einer Reparatur. Der größere Test liegt höher: der 50-Wochen-Durchschnitt nahe 93.000 US-Dollar, danach das frühere Allzeithoch.“ Abschließend betonte er den probabilistischen Charakter seiner Analyse: „Das ist eine Prognose, und ich weiß nicht, wo der Boden liegt. Böden sind im Voraus nicht bekannt – sie lassen sich nur in Zonen, Wahrscheinlichkeiten und Niveaus einrahmen, die zeigen, wann sich das Setup verändert.“
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