Ein Blogbeitrag von Craig Gidney, Research Scientist im Quantum-Computing-Team von Google, hat eine neue Debatte über den sogenannten QDay Prize ausgelöst. In dem am 25. April 2026 veröffentlichten Text argumentiert Gidney, der Bitcoin-dotierte Wettbewerb von Project 11 habe genau an den Punkten versagt, vor denen er nach eigener Darstellung bereits im Vorfeld gewarnt hatte. Im Kern geht es um die Frage, ob ein prämiertes Experiment auf öffentlich zugänglicher Quantenhardware tatsächlich einen relevanten Fortschritt für Quantenangriffe auf Bitcoin und elliptische Kurven gezeigt hat — oder nur einen methodischen Grenzfall ausgenutzt hat.
Google-Forscher zerlegt den QDay-Preis
Gidney schreibt, er habe bereits im Mai 2025 eine Einladung zur Teilnahme an dem Wettbewerb erhalten, bei dem 1 Bitcoin an denjenigen ausgelobt wurde, der mit Shors Algorithmus das größte Problem auf aktueller Quantenhardware lösen könne. Trotz des Preisgelds habe er abgelehnt. „Ich hielt den Wettbewerb für eine schreckliche Idee, mit zwei schwerwiegenden Problemen in der Grundannahme“, schrieb der Google-Forscher. Sein erster Einwand zielt auf die technische Basis: „Shors Algorithmus benötigt Fehlerkorrektur. Aktuelle Quantencomputer erleben in der Größenordnung einen Fehler pro tausend Gattern, aber kryptografisch relevante Instanzen von Shors Algorithmus benötigen Milliarden von Gattern.“
Daraus folgert Gidney, dass jeder Wettbewerb auf heutiger Hardware zwangsläufig mit nicht fehlerkorrigierten Schaltkreisen arbeite, deren Kosten, Herausforderungen und Skalierungseigenschaften mit realen kryptografischen Angriffen kaum vergleichbar seien. „Mit anderen Worten: Der Wettbewerb würde etwas Irrelevantes messen“, schrieb er. Als zweiten „showstopper“ bezeichnet er, dass kleine Probleme mit Shors Algorithmus zu leicht zufällig lösbar seien. Für kleine Instanzen sei der Beitrag der Quantenhardware so gering, dass die Resultate ohne robuste Kontrolltests fehlinterpretiert werden könnten.
Besonders scharf fällt seine Kritik nach der Kür eines Gewinners aus. Gidney verweist auf eine Überprüfung des GitHub-Nutzers @yuvadm, den er als Yuval Adam nennt. Dieser habe getestet, was passiere, wenn die Quantenaufrufe in der prämierten Einreichung durch Zufallsaufrufe ersetzt würden. Laut Gidney seien die Zufallsergebnisse „von den Quantenresultaten nicht zu unterscheiden“. Zugleich räumt er ein, dass die eigentliche Schaltkreis-Konstruktion in der Einreichung solide aussehe. „Sie implementieren den ELDPC-Schaltkreis, der in Roetteler et al. 2017 beschrieben ist“, schrieb er. „Das ist eine merkwürdige Wahl, weil es seitdem bessere Arbeiten gab und auch davor bessere Arbeiten existierten, aber es ist eine gültige Wahl.“
Kritik am Bitcoin-Wettbewerb zu Quantenangriffen
Gidneys zentrale These ist, dass der QDay Prize am bekannten „Falling with Style“-Problem gescheitert sei — eine Anspielung auf seine eigene satirische Sigbovik-Arbeit von 2025. Dort habe er, wie er schildert, scherzhaft behauptet, alle Zahlen bis 255 mit einem Quantencomputer faktorisiert zu haben, obwohl das Experiment „genauso schnell funktionierte, als ich den Quantencomputer durch einen Zufallszahlengenerator ersetzt habe“. Seine Warnung an die Organisatoren sei damals eindeutig gewesen: „Auf absehbare Zeit wird der Beitrag des Glücks jeden legitimen Beitrag des Quantencomputers massiv überwiegen. Ich vermute daher, dass der Gewinner im Jahr 2026 derjenige sein wird, der am besten verschleiert, wie er sich auf unvermeidbare Weise glücklich gemacht hat.“
Nach Wettbewerbsende bewarb Project 11 das Ergebnis auf X laut Gidney mit den Worten: „Ein Forscher knackt einen 15-Bit-ECC-Schlüssel auf öffentlich zugänglicher Quantenhardware in einem 512-fachen Sprung gegenüber der vorherigen öffentlichen Demonstration.“ Gidney hält diese Einordnung für irreführend. Der Verweis auf den „512x jump“ beziehe sich auf frühere Arbeiten, die nach seiner Darstellung unter ähnlichen methodischen Problemen litten. Auch die Verteidigung der Organisatoren überzeugt ihn nicht. Diese hätten laut seiner Zusammenfassung argumentiert, die Einreichung habe den Wettbewerbsregeln entsprochen, sei von drei unabhängigen Physikexperten nach einem vorab definierten Raster bewertet worden und zeige dennoch Fortschritt bei Quantenangriffen.
Dem setzt Gidney eine grundsätzliche Kritik entgegen. „Wenn die Regeln diese Einreichung zugelassen haben, dann waren die Regeln falsch formuliert“, schrieb er. Noch deutlicher wird er bei der Einordnung des Fortschritts: „Diese Einreichung hätte dasselbe Ergebnis geliefert, wenn sie 1996 statt 2026 ausgeführt worden wäre. Daher ist diese Einreichung kein Maß für den Fortschritt im Quantenbereich.“ Zugleich betont er, dass die generelle Bedrohung durch Quantencomputer aus seiner Sicht real bleibt. „Es gibt berechtigte Sorgen, dass Quantencomputer noch vor Ende des Jahrzehnts kryptografisch relevant werden könnten“, schrieb er und verwies darauf, dass Unternehmen wie Google und Cloudflare ihre Migration zu Post-Quantum-Kryptografie beschleunigen. Gerade deshalb, so sein Fazit, habe der Wettbewerb sein erklärtes Ziel der Aufklärung eher untergraben als gestärkt.
Der Blogpost von Gidney ist keine neutrale Begutachtung des gesamten Feldes, sondern die klar gekennzeichnete Einschätzung eines Google-Forschers mit ausgewiesenem Fachhintergrund in Quantencomputing. Für die Krypto-Branche ist der Text dennoch relevant, weil er eine präzise Trennlinie zieht: zwischen realem Fortschritt bei Quantenangriffen und Demonstrationen, deren Resultate nach dieser Darstellung auch ohne echten quantenphysikalischen Mehrwert zustande kommen könnten. Ob Project 11 auf die Kritik mit einer Überarbeitung der Bewertungsmaßstäbe reagiert, geht aus dem vorliegenden Quellenmaterial nicht hervor.
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