Arthur Hayes hat seine kurzfristige Marktthese neu justiert: In einem aktuellen Essay vom 9. März setzt der Maelstrom-CIO auf Hyperliquid und nennt ein konkretes Kursziel von 150 US-Dollar für den HYPE-Token bis August 2026. Der Kern der Wette ist nicht „Narrative“, sondern ein Mix aus aggressiven Buybacks, wachsendem Perp-DEX-Anteil und der Frage, wie viel des gemeldeten Volumens im Sektor tatsächlich „echt“ ist.
Hayes: HYPE bis August 150 – was dahinter steckt
Hayes verortet seine HYPE-These in einem Marktumfeld, das er als anspruchsvoll beschreibt, aber gerade deshalb als fruchtbar für Exchange-Tokens einstuft. In Seitwärts- und Bärenphasen seien es häufig Handelsplätze, die relativ gesehen gewinnen, weil Gebühren weiter fließen – teils sogar stärker als in Rallye-Phasen, wenn Volatilität und Aktivität anziehen. In seinem Essay zieht er eine Linie zurück zu GMX, das im frühen 2023er-Markt trotz schwacher Preise ein Hoch markierte, weil Open Interest und Volumen wuchsen und ein relevanter Teil der Erlöse an Tokenholder zurücklief.
Sein Blick richtet sich nun auf Hyperliquid als führenden Perp-DEX. Hayes argumentiert, dass Hyperliquid laut seiner Auswertung der dominierende Perpetual-DEX ist und zugleich das größte umsatzgenerierende Krypto-Projekt außerhalb von Stablecoins. Entscheidend sei die Verteilung: „97% dieser Einnahmen werden genutzt, um HYPE-Token am Markt zurückzukaufen. Kein anderes Projekt im gesamten Krypto-Space gibt so viel Geld an Tokenhalter zurück wie Hyperliquid.“ In diesem Rahmen formuliert er sein zentrales Kursziel: „Mein Kursziel für HYPE im August 2026 liegt bei 150 US-Dollar, das ist ungefähr das Fünffache des damaligen Preises von rund 30 US-Dollar.“
Hayes macht dabei transparent, an welchen Variablen sein Modell hängt. Um von „Hell nach Walhalla“ zu kommen, müsse Hyperliquid die 30-Tage-Einnahmen auf eine annualisierte Run Rate von 1,4 Milliarden US-Dollar steigern – ein Niveau, das laut Hayes bereits im August des Vorjahres erreicht wurde. Er baut seine Bewertung über ein KGV-ähnliches Raster, das zirkulierendes Angebot, Preis, annualisierte 30-Tage-Revenues und Buyback-Rate verknüpft, und nennt als kritische Annahmen das Multiple sowie die monatliche Team-Token-Distribution.
Buybacks, HIP-3 und „echtes“ Volumen als Kurstreiber
Ein zentraler Baustein in Hayes’ Bull Case ist, dass Hyperliquid nicht zwingend auf expandierende Gesamtmärkte angewiesen sei. Vielmehr könne schon ein kleiner Shift von CEX-Volumen Richtung DEX reichen, um den Revenue-Run-Rate-Sprung zu erklären. Hayes schreibt, Hyperliquid müsse dafür nicht den globalen Perp-Kuchen vergrößern, sondern lediglich Marktanteile abziehen; eine Marktanteilssteigerung um 3,97% reiche in seinem Modell, um die 1,4 Milliarden US-Dollar Run Rate zu treffen. Das ist für ihn „machbar“, auch mit dem Verweis, dass Hyperliquid vor weniger als drei Jahren noch nicht existierte.
Wachstum soll nach Hayes aber nicht nur durch Migration kommen, sondern durch neue Produktflächen. HIP-3 – permissionless Perp-Listings via Staking von 500.000 HYPE – sei das Differenzierungsmerkmal, das Volumen anziehen könne, gerade wenn das breitere Krypto-Beta schwach bleibt. Er verweist auf TradeXYZ, das Perps auf Silber, Gold, Nasdaq 100 sowie S&P 500 umgesetzt habe; die Edelmetall-Märkte seien laut Hayes noch keine drei Monate alt und handelten bereits „hunderte, wenn nicht Milliarden“ US-Dollar pro Tag. In nur vier Monaten machten HIP-3-Volumes laut Essay bereits knapp 10% der gesamten Hyperliquid-Einnahmen aus; für seinen August-Pfad unterstellt er, dass HIP-3-Revenues in sechs Monaten um 160% steigen.
Ein weiterer Teil der Argumentation ist die Abgrenzung zu Konkurrenz-DEXs, die über niedrige Fees, Punkteprogramme oder Token-Incentives Volumen anziehen. Hayes geht explizit auf „Volumizing“ und Liquidity-Farming ein und setzt dagegen eine Metrik, die in seiner Darstellung schwerer zu fälschen ist: das Verhältnis aus durchschnittlichem Tagesvolumen zu Open Interest (ADV/OI).
In einem längeren Passus heißt es: „Es ist trivial, Volumen für eine Krypto-CEX oder DEX zu fälschen. Bei BitMEX haben wir früher über den ‘Volumizer’ gescherzt – ein Programm, das eine Börse einschaltet, um Fake-Trades zu erzeugen und so das Engagement zu steigern.“ Und weiter: „Volumizing und Liquidity-Farming vertiefen keine echte Liquidität. Das einzige objektive Maß, um Börsen gegeneinander zu ranken, ist das ADV/OI-Verhältnis.“ Hyperliquid habe hier unter den Top-5 den niedrigsten Wert und damit die „realsten“ Volumina; zusätzlich habe Hayes Orderbücher verglichen und kommt zum Schluss, dass große Orders auf Hyperliquid häufig mit geringerer Slippage ausführbar seien – ein Punkt, der für tatsächliche Size-Trader relevanter ist als ein Basispunkt Gebührenunterschied.
Als unmittelbaren Katalysator für den Stimmungswechsel nennt Hayes zudem die Angebotsseite: die Team-Token-Distribution. Er beschreibt, dass im Spätherbst zunächst „nahezu 20%“ der zugeteilten Tokens verteilt wurden, während es im Januar und Februar nur noch „~1%“ gewesen sei; später hebt er hervor, dass die Distribution laut seiner Darstellung von einer „Headline“-Größe von 9.910.000 für Januar auf „magere 140.000“ gefallen sei. Dazu kommt eine Bewertungsbrille: HYPE habe damals bei etwa 12x Earnings gehandelt, während Hayes bei TradFi-Börsen (CME, Robinhood, Coinbase) deutlich höhere KGV-Spannen von grob 26 bis 40 anführt und für sein Ziel ein Multiple von rund 25,2 „goal seeked“.
Hayes’ 150-Dollar-These ist damit eine eng umrissene Wette auf drei Variablen: dass Hyperliquid Revenues wieder Richtung 1,4 Milliarden US-Dollar Run Rate zieht, dass Buybacks die Tokenökonomie weiter dominieren und dass sich „echte“ Liquidität gegenüber incentive-getriebenen Konkurrenten durchsetzt. Ob der Markt das höhere Multiple tatsächlich zahlt, dürfte sich entlang genau dieser Datenpunkte entscheiden – Revenue-Trajektorie, Team-Supply und die Nachhaltigkeit von Volumen, das auch ohne Punkteprogramme stehen bleibt. Vergangene Woche hatte auch Apollo Crypto den HYPE-Token als sein größtes Altcoin-Holding vermeldet.
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