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Hoskinson will Cardano Governance auf Discord lenken

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Charles Hoskinson, Gründer von Cardano und CEO von Input Output, will die Governance-Debatte des Netzwerks stärker von X weg und in moderierte Discord-Strukturen verlagern. In einem Livestream vom 13. Juni 2026 argumentierte Hoskinson, X sei als „Broadcast-Kanal“ für Strategie, Budgetfragen und Governance ungeeignet, weil dort Konflikt, Reichweite und Zuspitzung systematisch belohnt würden. Sein Vorschlag zielt nicht darauf ab, öffentliche Kommunikation auf X oder anderen Plattformen aufzugeben, sondern die eigentliche Willensbildung des Cardano-Ökosystems in einen separaten, zweckgebundenen Raum zu verschieben.

Hoskinson will Governance von X wegführen

Hoskinson beschrieb X als Medium, das vor allem für Sichtbarkeit, Zuspitzung und schnelle Verbreitung gebaut sei. „Das ist schlicht gesagt die falsche Umgebung für Strategie, und das ist die falsche Umgebung für Zielsetzung“, sagte er. „Das ist die falsche Umgebung für Zusammenarbeit. Das ist die falsche Umgebung zum Bauen.“ Broadcast-Kanäle hätten aus seiner Sicht einen klaren Nutzen, etwa um Vision, Erfolge oder Marketingbotschaften zu verbreiten. Governance-Debatten würden dort jedoch leicht zu „Rage Bait“, Konflikt und öffentlichem Spektakel.

Im Zentrum seiner Kritik steht die Frage, ob Cardano unter diesen Bedingungen gemeinsame Ziele formulieren kann. Hoskinson sagte, wirksame Gespräche benötigten „Empathie, gemeinsame Ziele und ausgerichtete Anreize“. Auf X entstehe dagegen ein Win-lose-Mechanismus: „Du sendest deine Position aus und lädst dann Wettbewerb ein, indem du sagst, deine Position sei die einzige, die zählt. Dann greifen andere Menschen diese Position an, und die Zuschauer betrachten es als ein Spiel von Gewinnen und Verlieren.“ Unter solchen Bedingungen seien Kompromiss, Verhandlung und Vertrauen kaum herstellbar.

Hoskinson verband diese Medienkritik mit konkreten Governance-Problemen im Cardano-Ökosystem. Intersect, die mitgliedsbasierte Organisation, die nach seiner Darstellung als natürlicher Ort für Governance-Diskussionen gedacht war, habe diese Rolle nicht ausreichend übernehmen können. Er sagte: „Als Intersect entstand, überschattete X die Fähigkeit von Intersect, Ziele zu setzen und all diese Dinge festzulegen.“ Zusätzlich habe die fehlende anfängliche Einbindung der Cardano Foundation in Vorstand und Finanzierung alternativer Strukturen die Legitimität von Intersect belastet. Diese Darstellung ist Hoskinsons Einordnung der internen Governance-Dynamik.

Discord soll Cardanos Debatte neu ordnen

Als Gegenmodell verwies Hoskinson auf den Midnight-Discord, den er als Fallstudie für einen fokussierten Community-Raum anführte. Midnight ist ein mit Cardano verbundenes Projekt, das Hoskinson regelmäßig in seinen öffentlichen Auftritten adressiert. „Wenn wir uns den Midnight-Discord als Fallstudie ansehen, haben wir derzeit etwa 49.000 Menschen darin, und es ist ein erstaunlicher Ort“, sagte er. „Ich halte dort jede Woche eine Vorlesung mit der Night Force. Es ist unglaublich positiv, jeder zeigt, was er gebaut hat, und es gibt viel Optimismus und Hoffnung.“ Entscheidend sei für ihn, dass dort konkrete Fragen zu Strategie, Zielen und Zusammenarbeit gestellt würden.

Hoskinsons Vorschlag lautet, für Cardano einen vergleichbaren Governance-Raum aufzubauen. „Wenn ich sage, lasst uns zu Discord wechseln, dann meine ich: Lasst uns die Governance-Gespräche zu Discord verlagern“, sagte er. „Lasst uns in Discord ein wirksames soziales Gefüge aufbauen. Dann können wir dort unsere Auseinandersetzungen führen und diese Dinge dort klären.“ Ein solcher Raum solle moderiert sein, aber nicht zentral von wenigen ausgewählten Personen kontrolliert werden. Hoskinson betonte, er habe „nirgends gesagt, dass diese ganze Sache fünf Personen bekommt und ich sie auswähle“.

Gleichzeitig will Hoskinson Broadcast-Kanäle ausdrücklich weiter nutzen, allerdings für eine andere Funktion. „Behalten wir die Broadcast-Mechanismen? Ja, das tun wir“, sagte er. „Danach spricht man über Marketing für Cardano. Das ist es, was man ausstrahlt. Das ist eure Marke, das ist euer Marketing.“ Aus seiner Sicht sollten X, YouTube, TikTok, Instagram, Facebook, LinkedIn und andere öffentliche Kanäle die Erfolge, Produkte und langfristige Vision Cardanos vermitteln, während Zielsetzung, Strategie, Verfassungsfragen und Budgetprozesse in einem zweckgebundenen Forum vorbereitet werden. Nur so könne die Community nach außen geschlossener auftreten, ohne interne Debatten zu unterdrücken.

Hoskinsons Vorstoß ist ein weiterer Hinweis darauf, wie stark Cardanos On-chain-Governance inzwischen von Off-chain-Kommunikationsstrukturen abhängt. Sein Kernargument lautet, dass die Plattform, auf der eine Community diskutiert, auch die Qualität ihrer Entscheidungen prägt. Ob Discord tatsächlich zum bevorzugten Ort für Cardanos Governance-Debatte wird, hängt nun davon ab, ob DReps, Builder, Community-Mitglieder und institutionelle Akteure einen solchen Raum akzeptieren und mit belastbaren Prozessen füllen. Hoskinson formulierte es als Wahl zwischen öffentlicher Dauereskalation und einem moderierten Ort für Verhandlung: „Man muss einen Raum haben, in dem Menschen Vertrauen schaffen, verhandeln, Ziele entwickeln, eine Strategie festlegen und herausfinden können, wie sie zusammenarbeiten, um sie zu erreichen.“

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