Sind Quantencomputer eine Gefahr für Bitcoin? ARK Invest liefert neue Einschätzung

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Sind Quantencomputer eine Gefahr für Bitcoin? ARK Invest liefert neue Einschätzung
Bild erstellt mit ChatGPT

ARK Invest und Unchained stufen Quantencomputing in einem neuen Whitepaper als langfristiges, aber nicht akutes Risiko für Bitcoin ein. Für den Markt ist das relevant, weil die Debatte damit weg vom Schlagwort eines plötzlichen „Q-Day“ und hin zu einem längeren, beobachtbaren Anpassungsprozess verschoben wird.

ARK: Quantenrisiko für Bitcoin bleibt fern

Die Kernaussage des Papiers ist klar formuliert: „Quantencomputing ist ein langfristiges Risiko, aber keine unmittelbare Bedrohung. Die Community muss weiter forschen und Pläne ausarbeiten, um das Netzwerk zu schützen, während sich Quantencomputer verbessern.“ Ebenso wichtig ist der zweite Punkt der Autoren: Sollte Quantencomputing Bitcoins Kryptografie tatsächlich treffen, dann wäre dieser Prozess „langwierig und für den Angreifer mit erheblichen Kosten verbunden“.

ARK und Unchained verweisen darauf, dass heutige Systeme noch weit unter den Schwellen liegen, die nötig wären, um Bitcoins elliptische Kurvenkryptografie anzugreifen. Die Autoren ordnen den aktuellen Stand in die sogenannte NISQ-Ära ein, mit grob rund 100 logischen Qubits und Schaltungstiefen im Hunderterbereich. Um Bitcoins ECC zu brechen, wären laut Papier hingegen mindestens 2.330 logische Qubits sowie zig Millionen bis Milliarden Quantengatter nötig. Entsprechend heißt es: „Heutige Quantensysteme verfügen nicht über die Fähigkeiten, die erforderlich wären, um Bitcoin zu kompromittieren.“

Für Investoren besonders relevant ist die Einordnung der potenziell exponierten Coins. Laut Whitepaper liegen rund 1,7 Millionen BTC in verwundbaren P2PK-Adressen und gelten als wahrscheinlich verloren. Weitere etwa 5,2 Millionen BTC befinden sich in wiederverwendeten oder P2TR-Adressen und könnten in quantensichere Formate migriert werden. Zusammen entspricht das rund 35 % des umlaufenden Angebots. Zugleich betonen die Autoren, dass Hash-Funktionen als robuster gegen Quantenangriffe gelten und ein Durchbruch die Sicherheit des gesamten Internets zuerst erschüttern würde, nicht nur die von Bitcoin.

Warum die eigentliche Debatte erst noch beginnt

Das Whitepaper widerspricht ausdrücklich der Vorstellung eines abrupten Kipppunkts. „Aus unserer Sicht wird die Entwicklung des Quantencomputings ein gradueller technologischer Fortschritt sein – kein plötzliches ,Q-Day’-Ereignis – und Märkten wie dem Bitcoin-Netzwerk Zeit zur Anpassung geben.“ Statt einer binären Welt aus „sicher“ und „gebrochen“ skizzieren ARK und Unchained fünf Entwicklungsstufen, von heutigen experimentellen Systemen bis zu einem Szenario, in dem Schlüssel schneller als Bitcoins Zehn-Minuten-Blockzeit gebrochen werden könnten.

Der kritische Punkt liegt für die Autoren erst in den späteren Stadien. In Stufe 3 könnten Quantencomputer Bitcoin-Schlüssel zwar brechen, aber noch langsam und jeweils nur einzeln. In Stufe 4 würde es gefährlich für die Netzwerknutzung selbst: „Wenn das Brechen von Schlüsseln schneller erfolgt als Bitcoins 10-Minuten-Blockzeit, ist die Funktionsfähigkeit des Netzwerks nur mit Protokoll-Upgrades zu Post-Quantum-Kryptografie zu erhalten.“ Bis dahin sehen die Autoren jedoch zahlreiche Warnsignale und Zwischenetappen, die Marktteilnehmer beobachten können.

Genau hier beginnt die eigentliche Debatte in Bitcoin. Post-Quantum-Kryptografie ist im weiteren Internet laut Papier bereits breit auf dem Vormarsch; NIST hat mit ML-DSA und SLH-DSA 2024 erste Standards finalisiert, und Protokolle wie OpenSSH oder OpenSSL integrieren PQC bereits standardmäßig. Für Bitcoin ist die Lage komplizierter, weil Konsensänderungen schwer durchzusetzen sind. BIP 360, das mit Pay-to-Merkle-Root einen ersten Schritt zu quantenresistenteren Adressen liefern soll, ist zwar aktualisiert und im BIP-Repository aufgenommen worden. Ein Konsens darüber, wie eine PQC-Lösung konkret aussehen soll – und vor allem, was mit dauerhaft verwundbaren, mutmaßlich verlorenen Coins geschehen soll –, existiert aber noch nicht.

Das Papier von ARK und Unchained zeichnet damit kein Entwarnungssignal, aber auch kein Alarmbild. Für Bitcoin-Investoren verschiebt sich der Fokus auf Zeithorizonte, Governance und Migrationsfähigkeit: weniger auf die Frage, ob Quantencomputer eines Tages relevant werden, sondern darauf, wann beobachtbare Meilensteine erreicht sind und ob das Netzwerk rechtzeitig eine tragfähige Post-Quantum-Antwort findet.

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