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Morgan Stanley sieht Bitcoin in Bankbilanzen denkbar

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Morgan Stanley hält Bitcoin in Bankbilanzen nach eigener Einschätzung nicht grundsätzlich für ausgeschlossen. Das sagte Amy Oldenburg, Leiterin für den Bereich Emerging Tech bei Morgan Stanley Wealth Management, auf der Bitcoin-2026-Konferenz. Zugleich machte sie deutlich, dass aus Sicht einer global regulierten Großbank vor allem Fragen der Aufsicht und Kapitalbehandlung offen sind. Für den Markt ist das relevant, weil damit nicht nur die Debatte über Spot-Produkte oder Verwahrung berührt wird, sondern die nächste Stufe institutioneller Adoption: Bitcoin als bilanzieller Vermögenswert bei systemrelevanten Banken.

Was Morgan Stanley bei Bitcoin noch bremst

Oldenburg antwortete auf die Frage, was es brauche, damit eine Bank wie Morgan Stanley Bitcoin auf die eigene Bilanz nehmen könne, auffallend offen. „Wenn wir den Fortschritt weiter sehen, den wir in den vergangenen rund 16 Monaten bei der Regulierung gemacht haben, dann ist das etwas, das man künftig sehen könnte. Es ist nicht völlig ausgeschlossen“, sagte sie. Gleichzeitig schob sie hinterher, dass dafür weitere Voraussetzungen erfüllt sein müssten.

Besonders deutlich wurde sie bei den Hürden. „Wir haben darüber gesprochen, dass mit der Rücknahme von SAB 121 die Kapitalbehandlung ein Stück weit entlastet wird, aber das ist nicht das Einzige, was uns zurückhält. Es geht auch um Leitlinien der Fed, es geht um Basel-Vorgaben“, sagte Oldenburg. Für eine große global systemrelevante Bank reiche es nicht, nur auf eine Behörde zu schauen: „Wenn man eine große G-SIB-Bank ist, berichtet man nicht nur an eine einzige Aufsicht. Man hat viele Aufsichtsgruppen, denen man gerecht werden muss.“

Damit benennt Morgan Stanley einen Punkt, der in der Kryptobranche oft verkürzt dargestellt wird. Die Rücknahme oder Lockerung einzelner Hürden verändert zwar den Spielraum, ersetzt aber keine konsistente Aufsichtsarchitektur. Oldenburg formulierte es so: „Wir brauchen übergreifend etwas mehr Abstimmung zwischen einigen dieser Behörden. Wir sind außerdem global tätig, daher ist es eine Sache, auf die USA zu schauen, aber jede Jurisdiktion hat ihre eigenen Regeln und Vorschriften für diesen Bereich, und wir sind dabei weltweit noch dabei, damit vertraut zu werden.“

Regulierung als Schlüssel für Bankbilanzen

Ein zentraler Bezugspunkt ist die Basel-Behandlung von Kryptoassets. Der Basler Ausschuss hatte 2022 einen Standard für die aufsichtsrechtliche Behandlung von Krypto-Exposures verabschiedet. Für nicht abgesicherte Kryptoassets wie Bitcoin sieht das Rahmenwerk nach breitem Marktverständnis eine besonders strenge Kapitalunterlegung vor; in der Debatte wird häufig auf ein Risikogewicht von 1.250 Prozent verwiesen. Für Banken macht das direkte Bitcoin-Positionen bilanziell teuer, selbst wenn sie operativ und technisch dazu in der Lage wären.

In den USA kommt hinzu, dass die Federal Reserve, die FDIC und das Office of the Comptroller of the Currency in den vergangenen Jahren wiederholt betont haben, dass Kryptoaktivitäten von Banken nur unter engen Risikoauflagen tragbar seien. Zwar wird in Washington seit einiger Zeit über eine weniger restriktive Gangart diskutiert, doch eine umfassend neue, harmonisierte Linie für Eigenbestände an Bitcoin ist bislang nicht erkennbar. Genau diese Mehrschichtigkeit beschreibt Oldenburg, wenn sie auf Fed-Leitlinien, Basel-Vorgaben und verschiedene Aufsichtsgruppen verweist.

Aus dem Umfeld des Bitcoin Policy Institute kamen zuletzt Vorschläge, die Basel-Behandlung von Bitcoin neu zu denken. Das Institut argumentierte in Stellungnahmen, die aktuelle Pauschalbehandlung werde den Unterschieden zwischen Bitcoin und anderen Kryptoassets nicht gerecht und könne Banken von einer sachgerechten, transparenten Integration abhalten.

Diese Position ist jedoch ein politischer und regulatorischer Vorstoß, keine bereits beschlossene Änderung. Für Leser sind daher zwei Punkte entscheidend: Erstens bleibt die Basel-Kapitalbehandlung von Bitcoin ein Kernhemmnis für Bankbilanzen, weil sie direkte Bestände regulatorisch teuer macht. Zweitens ist auch die US-Fed-Frage nicht auf einen einzelnen Erlass zu reduzieren; selbst bei politischem Rückenwind müssten mehrere Behörden und internationale Regelwerke aufeinander abgestimmt werden, bevor Großbanken wie Morgan Stanley einen solchen Schritt realistischer prüfen könnten.

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