StartNewsMorgan Stanley startet Bitcoin-Handel für 8,6 Millionen E*Trade-Kunden

Morgan Stanley startet Bitcoin-Handel für 8,6 Millionen E*Trade-Kunden

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Morgan Stanley baut sein Krypto-Angebot über E*Trade deutlich aus und bringt den Handel mit Bitcoin und Altcoins auf eine der größten Retail-Brokerage-Plattformen der USA. Gleichzeitig positioniert sich die Wall-Street-Bank preislich direkt gegen etablierte Krypto-Börsen und klassische Broker.

Der Bitcoin-Handel auf ETrade soll mit einer Gebühr von 50 Basispunkten auf den jeweiligen Transaktionswert starten. Das Angebot befindet sich derzeit in einer Pilotphase; im weiteren Jahresverlauf sollen alle 8,6 Millionen ETrade-Kunden Zugang erhalten, wie Bloomberg berichtete. Mit dieser Gebührenstruktur unterbietet Morgan Stanley die ausgewiesenen Transaktionskosten von Coinbase, Robinhood und Charles Schwab.

Der Schritt verschafft Morgan Stanley einen direkten Retail-Kanal für Spot-Krypto-Trading innerhalb von ETrade, dem Broker, den die Bank im Rahmen einer rund 13 Milliarden Dollar schweren Transaktion übernommen hatte. Bereits bei der Ankündigung der Übernahme im Jahr 2020 stellte Morgan Stanley die verbraucherorientierten Technologieplattformen von ETrade als Ergänzung zum eigenen Wealth-Management-Geschäft dar. Zugleich betonte die Bank damals, dass der Deal dazu beitragen solle, stabilere und weniger bilanzintensive Erlösquellen auszubauen.

Zum Start soll das Krypto-Angebot auf ETrade zunächst Bitcoin, Ether und Solana umfassen. Morgan Stanley hatte zuvor erklärt, dass der Service über eine Partnerschaft mit Zerohash bereitgestellt wird, einem Anbieter für digitale Asset-Infrastruktur, der die technischen Handelsrails für Krypto-Transaktionen ermöglicht. Reuters hatte bereits im vergangenen Jahr berichtet, dass die Bank plane, Krypto-Trading auf ETrade in der ersten Jahreshälfte 2026 über diese Kooperation einzuführen.

Das deutlichste Signal liegt in der Preisgestaltung. Die Gebühr von 50 Basispunkten auf E*Trade liegt unter den in der Berichterstattung genannten Vergleichswerten von Coinbase mit 60 Basispunkten, Robinhood mit 95 Basispunkten und Charles Schwab mit 75 Basispunkten. Für Retail-Kunden, die regelmäßig handeln oder größere Beträge bewegen, können selbst scheinbar kleine Unterschiede bei Transaktionsgebühren über die Zeit zu einem erheblichen Kostenfaktor werden.

Jed Finn, Leiter des Wealth-Management-Geschäfts von Morgan Stanley, stellte den Schritt nicht nur als günstigeres Trading-Angebot dar. „This is much bigger than trading crypto at a cheaper rate“, sagte Finn. „In a way, the strategy is disintermediating the disintermediators.“

Diese Einordnung ist entscheidend, weil Morgan Stanley nicht einfach nur eine weitere handelbare Anlageklasse in ein Brokerage-Menü aufnimmt. Die Bank integriert Krypto in ein bestehendes Vermögens- und Trading-Ökosystem, das bereits von Millionen Kunden genutzt wird. Dadurch sinkt für Anleger die Notwendigkeit, Kapital auf eine spezialisierte Krypto-Börse zu transferieren, wenn sie Spot-Exposure aufbauen wollen. Für Coinbase und andere krypto-native Handelsplätze geht es damit nicht nur um Gebührendruck, sondern auch um die Frage, ob große Banken Kundenbeziehungen durch Brokerage, Cash-Management, Portfolio-Tools und Beratung enger an sich binden können.

Finn hatte eine ähnliche strategische Logik bereits im Zusammenhang mit der Zerohash-Partnerschaft skizziert. „The underlying technology has been proven and blockchain-based infrastructure is obviously here to stay“, sagte er. „Clients should have access to digitized assets, traditional assets and cryptocurrencies, all in the same ecosystem that they’re used to.“

Der Krypto-Vorstoß der Bank steht zudem für eine breitere Verschiebung im US-Finanzsektor. Reuters hatte im September berichtet, dass sich Kryptomärkte zu einer mehrere Billionen Dollar schweren Anlageklasse entwickelt haben, während Wall-Street-Broker ihr Angebot an digitalen Assets unter einem regulatorisch freundlicheren Umfeld in den USA ausbauen. Die Wettbewerber von E*Trade verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze: Robinhood ermöglicht den Handel mit einer breiteren Auswahl an Token, während Charles Schwab Anlegern unter anderem Zugang zu börsengehandelten Fonds auf Bitcoin und Ether bietet.

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