Cathie Wood, Gründerin, CEO und CIO von ARK Invest, bleibt bei ihrer ausgesprochen optimistischen Bitcoin-Prognose. In der Sendung „Fox Business In Depth: The Crypto Campaign“ vom 26. Mai begründete sie ihre Erwartung, dass Bitcoin in den kommenden Jahren vor allem durch institutionelle Allokationen einen neuen Schub erhalten könnte. Dabei stellte Wood klar, dass ARK zwischen einem Basisszenario und einem besonders optimistischen Szenario unterscheidet.
Cathie Wood erwartet neuen Bitcoin-Schub
Wood verteidigte in dem Interview ihre viel beachtete Projektion, wonach Bitcoin im Bull-Case von ARK Invest innerhalb der kommenden fünf Jahre auf 1,25 Millionen US-Dollar steigen könnte. Zugleich ordnete sie ein, dass dies nicht das zentrale Basisszenario des Hauses sei. „Der Weg zu dieser Zahl ist unser Bull-Case. Unser Basisszenario liegt näher bei 750.000 US-Dollar“, sagte Wood. Der optimistische Fall beruhe unter anderem darauf, dass Bitcoin teilweise die Rolle von Gold als Wertaufbewahrungsmittel übernehmen könne.
Ein zentraler Treiber sei aus Woods Sicht der Generationenwechsel bei Vermögen. Jüngere Anleger seien eher bereit, einen digitalen Wertspeicher zu akzeptieren. „Wenn der Vermögenstransfer zwischen den Generationen stattfindet, glauben wir, dass jüngere Menschen eher dazu neigen, einen digitalen Wertspeicher anzunehmen. Das wäre Bitcoin“, sagte sie. Zusätzlich beschrieb Wood Bitcoin als eine Art Absicherung in Schwellenländern: „Bitcoin ist eine Versicherungspolice, insbesondere in Emerging Markets, gegen fiskalische und monetäre Vernachlässigung im besten Fall oder Korruption im schlimmsten Fall.“
Auch das Verhältnis zu Stablecoins ordnete Wood in diesen Kontext ein. Sie sieht Stablecoins als wichtigen Teil der Krypto-Infrastruktur, erwartet aber, dass ein Teil der global wachsenden Vermögen langfristig stärker in Bitcoin fließen könnte. „Wenn der Wohlstand weltweit zunimmt, glauben wir, dass Einzelpersonen von Stablecoins zu Bitcoin wechseln werden, das ein deutlich größeres Wertsteigerungspotenzial hat“, sagte Wood. Entscheidend bleibe für sie jedoch nicht der Retail-Markt, sondern die Einbindung von Bitcoin in professionelle Portfolios.
Institutionen rücken für Wood stärker in den Fokus
Den wichtigsten Grund für ihre bullishe Einschätzung sieht Wood in der institutionellen Adoption. Sie bezeichnete Bitcoin als neue Anlageklasse mit niedriger Korrelation zu traditionellen Assets. „Der größte Grund ist institutionelle Akzeptanz. Das ist der größte“, sagte Wood. „Dies ist eine neue Anlageklasse. Sie hat eine sehr niedrige Korrelation zu anderen Anlageklassen, wenn es um Risiken und Renditen geht.“ Daraus folge für sie, dass professionelle Asset Allocator Bitcoin prüfen müssten, weil die Beimischung über die Zeit risikoadjustierte Renditen verbessern könne.
Wood verwies außerdem auf einen beginnenden Wandel in der Asset Allocation, ohne daraus einen unmittelbaren linearen Verlauf abzuleiten. Stablecoins könnten parallel dazu aus ihrer Sicht die Rolle des US-Dollars stärken, weil sie überwiegend mit US-Staatsanleihen hinterlegt seien. „Wir beginnen, eine Verschiebung in der Asset Allocation zu sehen. Gleichzeitig glauben wir wegen Stablecoins, dass auch der Dollar stark sein wird“, sagte sie. „Wenn sie weltweit erfolgreich werden, exportieren wir effektiv Dollar. Das sollte positiv für den Dollar sein.“
Regulatorisch sieht Wood insbesondere die geplanten US-Gesetze GENIUS Act und CLARITY Act als mögliche Grundlage für stärkere institutionelle Beteiligung. „Ich denke, der GENIUS Act und hoffentlich bald der CLARITY Act werden die Bühne angemessen bereiten, damit dieser Bereich florieren kann“, sagte sie. Besonders für Institutionen sei der CLARITY Act wichtig. „Die Regierung will ihn bis zum 4. Juli erledigt haben, unserem 250. Geburtstag. Ich weiß aber nicht, ob wir dort ankommen. Sobald es so weit ist, und die Chancen darauf sind zuletzt gestiegen, werden wir einen deutlich stärkeren institutionellen Schwung in diesen Bereich sehen.“
Woods Argumentation verbindet drei Linien: Bitcoin als digitaler Wertspeicher, als knappes Asset und als Anlageklasse für institutionelle Portfolios. Sie verweist dabei auf die maximale Menge von 21 Millionen Bitcoin, den bereits weit fortgeschrittenen Emissionszyklus und die sinkende Angebotsausweitung. „Bitcoin ist mathematisch dosiert. Es wird keine Angebotsreaktion geben“, sagte sie. Für professionelle Marktteilnehmer bleibt damit vor allem die Frage, ob sich Woods Annahme einer breiteren institutionellen Allokation tatsächlich in Kapitalflüssen niederschlägt.
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