Eine beim Supreme Court of the State of New York, County of New York, eingereichte Klage will klären lassen, wem 39.069 seit Jahren ruhende Bitcoin-Wallets rechtlich gehören. Die Kläger Noah Doe sowie zwei Wyoming-LLCs, ABC Company und XYZ Company, beantragen eine Feststellung, dass die Wallets als aufgegebenes Eigentum zu behandeln seien. Der Fall berührt eine der heikelsten Fragen im Bitcoin-Ökosystem: Kann lange Inaktivität bei selbstverwahrten Coins rechtlich als Aufgabe gelten, obwohl ohne Private Keys keine technische Verfügung möglich ist?
New Yorker Klage zielt auf 39.069 Bitcoin-Wallets
Das Verfahren läuft unter dem Index No. 153119/2026 und ist als „Summons and First Amended Complaint for Declaratory Relief“ eingereicht. Kläger sind Noah Doe, der als Bürger und Einwohner New Yorks beschrieben wird, sowie ABC Company und XYZ Company, zwei LLCs aus Wyoming. Als Beklagte werden „John Does 1–39,069“ geführt, stellvertretend für die Inhaber der angeblich aufgegebenen Wallets. Der Antrag ist damit keine bereits ergangene gerichtliche Eigentumsübertragung, sondern ein Begehren auf eine entsprechende Feststellung.
Der X-Account Sani von TimechainIndex.com ordnete die Klage als Versuch ein, Eigentumsrechte an „39.069 lange ruhenden Bitcoin-Wallets“ gerichtlich bestätigen zu lassen. Nach seiner Analyse belaufen sich die Bestände der betroffenen Adressen auf 3.791.121,17697938 BTC; darunter seien Adressen, die Satoshi Nakamoto, frühen Minern, Casascius Coins, verlorenen Coins, Hackern und nicht identifizierten Entitäten zugeschrieben werden. Sani schrieb dazu: „Eine New Yorker Klage von ‚Noah Doe‘ und zwei Wyoming-LLCs beantragt eine gerichtliche Anordnung, die ihr Eigentum an 39.069 lange ruhenden Bitcoin-Wallets bestätigt.“ Weiter heißt es in seiner Einordnung, die Kläger argumentierten, die Wallets seien rechtlich „aufgegebenes“ Eigentum, das sie gefunden, der NYPD gemeldet, on-chain und über die Presse bekannt gemacht und anschließend nach New Yorker Fundrecht beansprucht hätten.
Die Klageschrift beschreibt drei Wallet-Gruppen. Noah Doe soll Ende Dezember 2024 zunächst 1.625 digitale Wallets gefunden haben, nach Ausschluss von Dubletten blieben 1.544 übrig. Am 31. März 2025 soll eine zweite Gruppe von 546 Wallets hinzugekommen sein, am 14. April 2025 eine dritte Gruppe von 39.911 Wallets. Insgesamt nennt die Klage 42.001 gefundene Wallets, von denen 2.932 aus verschiedenen Gründen entfernt wurden. Darunter waren 424 Adressen, die durch eine „on-chain“-Handlung angezeigt hätten, dass sie nicht aufgegeben seien. Übrig blieben die 39.069 Wallets, die die Kläger als „Abandoned Wallets“ bezeichnen.
Gericht soll Eigentum an ruhenden Coins klären
Kern der juristischen Argumentation ist New York Personal Property Law § 257. Die Kläger tragen vor, der Titel an den angeblich aufgegebenen Wallets sei für die drei Gruppen bis zum 26. Dezember 2025, 31. März 2026 beziehungsweise 14. April 2026 auf Noah Doe übergegangen. Doe soll anschließend alle Rechte an allen bis auf 18 der Wallets per Abtretung vom 1. Dezember 2025 an ABC Company übertragen haben. Später habe er 98 Prozent seiner Beteiligung an ABC Company an einen unwiderruflichen Trust übertragen und 2 Prozent behalten; ABC Company habe am 26. Dezember 2025 wiederum 17,7 Prozent der Wallets an XYZ Company übertragen. Die Kläger behaupten, 100 Prozent der „Abandoned Wallets“ lägen nun bei ABC Company, XYZ Company und Noah Doe.
Die Klage behandelt digitale Wallets als Eigentum und vergleicht sie mit Bankkonten, weil sie durch Protokoll, Adresse und Transaktionshistorie eindeutig identifizierbar seien. Zugleich erkennt das Filing die zentrale technische Grenze an: „Ein Private Key ist erforderlich, um Kryptowährung abzuheben.“ Ohne Private Key sei eine Abhebung „unmöglich“. Daraus entsteht die entscheidende Spannung des Falls: Die Kläger beantragen eine rechtliche Eigentumsfeststellung, zeigen aber nicht, dass sie technische Kontrolle über die Coins besitzen. Galaxy Research hob in seiner Analyse des Vorgangs entsprechend hervor, dass selbst bei einem positiven Gerichtsbeschluss unklar bliebe, wie ein Anspruchsteller ohne Private Keys tatsächlich Besitz an den angeblich aufgegebenen Wallets erlangen könnte.
Zur Benachrichtigung der mutmaßlichen Wallet-Inhaber setzte Doe nach Darstellung der Klage auf eine Kombination aus NYPD-Meldungen, OP_RETURN-Nachrichten und Medienarbeit. Im Februar 2025 beauftragte er Salomon Brothers Strategic Advisors Inc. als strategischen Berater. Ab dem 30. Juni bis zum 10. Juli 2025 soll ein Cyber- und Blockchain-Experte Nachrichten an Wallets gesendet haben, die auf eine Abandonment-Notice-Webseite auf einer Salomon-Brothers-Domain verwiesen. Die Notice gab den Inhabern 90 Tage, bis zum 10. Oktober 2025, um nachzuweisen, dass die Wallet nicht aufgegeben sei. Salomon-Brothers-Vertreter R. Adam Smith sagte in der Pressemitteilung vom 7. August: „Das Sichern von Wallets schützt die Millionen von Wallets, die nicht aufgegeben sind.“ Die Mitteilung erklärte außerdem, der Kunde rechne damit, dass einige Eigentümer mit Private Keys oder anderen Eigentumsnachweisen hervortreten würden.
Galaxy Research bezeichnete die Aktion als „Great Bitcoin Dusting“ und analysierte 41.523 OP_RETURN-Nachrichten von 3.738 Senderadressen an 39.423 Empfängeradressen, die zum Zeitpunkt der Nachrichten zusammen 2.334.482,52 BTC hielten. Nach Galaxy verlief die Kampagne in zwei Phasen: zunächst Testnachrichten ohne Salomon-Links, danach Wellen von Nachrichten mit Verweisen auf die Salomon-Brothers-Webseite. Galaxy schrieb zudem, 98,82 Prozent der adressierten Empfänger seien Legacy-P2PKH-Adressen gewesen, mit einer durchschnittlich angepassten Dormanz von 2.171 Tagen, also rund 5,95 Jahren. Sani ergänzte eine wichtige technische Nuance: Bei vielen alten Coin-Inhabern, etwa Satoshi Nakamoto, sei die Notice an die P2PKH-Version der Adressen geschickt worden, die keinen oder nur Dust-Wert halte, während die tatsächlichen Bestände auf P2PK-Versionen lägen.
Auch die Rolle der Marke Salomon Brothers wird in den Analysen eingeordnet. Galaxy Research beschrieb die beteiligte Einheit ausdrücklich nicht als „die legendäre Wall-Street-Firma, bei der Lewis Ranieri in den 1980er-Jahren hypothekenbesicherte Wertpapiere vorantrieb“, sondern als „ein obskures Unternehmen, das den Namen erworben hat“. Die Website der heutigen Salomon-Brothers-Einheit beschreibt sie als Anbieter von Investmentbanking/M&A, Kapitalmarkt-, Asset-Management-, Beratungs-, Immobilienfinanzierungs- und Research-Dienstleistungen. In der Klage wird Salomon Brothers vor allem als Berater für Kontaktaufnahme, Notice-Struktur und Identifikation irrtümlich einbezogener Wallets dargestellt.
Der Fall könnte für Bitcoin-native Marktteilnehmer weniger wegen einer kurzfristigen Verfügung über Coins relevant werden als wegen seiner juristischen Signalwirkung. Die Kläger wollen traditionelle Fund- und Eigentumsregeln auf ruhende, selbstverwahrte Bitcoin-Adressen übertragen. Gleichzeitig bleibt die technische Realität unverändert: Ohne Private Keys lassen sich Coins nicht bewegen. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Rechtstitel, On-Chain-Souveränität und der Frage, ob Inaktivität Aufgabe bedeuten kann, dürfte sich die weitere Auseinandersetzung entzünden.
KI-Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Basis der angegebenen Quellen vorbereitet und vor der Veröffentlichung redaktionell durch einen menschlichen Editor geprüft, bearbeitet und freigegeben. Alle Zitate, Daten und Tatsachenbehauptungen sollen aus den genannten Quellen stammen; dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.
About Me
Hodl Herald ist der schnellste und ehrlichste Reporter im gesamten Krypto-Universum. Mit leuchtenden Bitcoin- und Ethereum-Augen scannt er rund um die Uhr Nachrichten, On-Chain-Daten und Experten-Meinungen – immer cool, immer faktenbasiert und komplett immun gegen Hype. Keine Moonboy-Versprechen, keine Fake-Analysten, keine bezahlten Shills. Nur verifizierte Analysen von echten Branchengrößen oder renommierten Research-Häusern.
Natürlich ist selbst der beste KI-Journalist nicht perfekt. Deshalb wird jeder einzelne Artikel vor der Veröffentlichung von unserem menschlichen Chefredakteur gründlich geprüft, faktencheckt, korrigiert und freigegeben.
So kombinieren wir die unglaubliche Geschwindigkeit und Präzision von KI mit echter menschlicher Verantwortung und journalistischer Sorgfalt.Hodl Herald steht für eine neue Ära des Krypto-Journalismus: schnell, transparent, unabhängig und vertrauenswürdig.
Hodl on – die Zukunft hat einen Roboter.





