StartNewsUK-Krypto-Regeln könnten Solana-Validatoren bis zu 170.000 Dollar kosten

UK-Krypto-Regeln könnten Solana-Validatoren bis zu 170.000 Dollar kosten

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Die geplante Ausweitung des britischen Krypto-Regelwerks könnte nach Einschätzung des Solana Research Institute erhebliche Folgen für Staking-Anbieter, Validatoren und Wallet-Entwickler haben. In einem am 27. Mai 2026 veröffentlichten Beitrag warnt Angus Scott, Autor beim Solana Research Institute, dass die Financial Conduct Authority (FCA) grundlegende technische Infrastruktur öffentlicher Blockchains wie regulierte Finanzdienstleistungen behandeln könnte. Im Zentrum stehen die „Financial Services and Markets Act 2000 (Cryptoassets) Regulations 2026“, die im Februar 2026 vom Parlament gebilligt wurden und im Oktober 2027 in Kraft treten sollen.

FCA-Regeln könnten Staker aus Großbritannien drängen

Scott beschreibt die britische Linie als eine Art „Crypto Sakoku“ — eine Anspielung auf die historische Abschottung Japans. Seine These ist klar: „Das Vereinigte Königreich führt Regeln ein, die die Teilnahme an den grundlegenden Operationen von Blockchain-Protokollen für mit dem Land verbundene Firmen unwirtschaftlich machen werden. Das Ergebnis wird sein, dass viele in Großbritannien ansässige Firmen entweder das Land oder das Geschäft verlassen und nicht-britische Firmen britische Kunden ausschließen.“ Für ein Land, das sich selbst als Standort für digitale Vermögenswerte positionieren will, wäre das ein erheblicher Widerspruch.

Kern des Problems ist aus Sicht des SRI die geplante Einordnung bestimmter Staking-Aktivitäten. Die FCA konsultiert derzeit sogenannte „Perimeter Guidance“ zur Umsetzung der neuen Regeln. Diese sollen unter anderem das „Arranging cryptoasset staking“ in den regulatorischen Bereich ziehen. Scott verweist darauf, dass die FCA als Beispiel das „Management des gesamten Staking-Lebenszyklus“ nennt, also Prozesse, bei denen qualifizierte Kryptoassets gestakt, Rewards erzeugt und verteilt oder reinvestiert werden. Das deute stark darauf hin, dass Delegated Staking erfasst werden soll.

Der Bericht argumentiert, dass dies die tatsächlichen Risiken von Staking verfehle. Bei Solana verbleiben delegierte Assets im Wallet des Delegators und werden durch das Protokoll für eine Epoche gesperrt. Scott schreibt: „Es gibt keine Möglichkeit für den Betreiber oder für einen böswilligen Dritten, der den Betreiber angreift, Kontrolle über den Vermögenswert zu erlangen oder ihn für etwas anderes als Staking zu verwenden. Bugs im Stake-Programm selbst bleiben ein theoretisches Risiko, aber dies ist ein Risiko des zugrunde liegenden Protokolls und wird von jedem Inhaber des Assets gleichermaßen getragen, ob gestakt oder nicht.“ Eine klassische Verwahr- oder Kreditrisikologik greife deshalb nur begrenzt.

Hohe Kosten treffen Validatoren und Wallet-Anbieter

Besonders konkret wird der SRI-Bericht bei den möglichen Kosten für Validatoren. Als Beispiel nennt Scott einen Solana-Node mit rund 1,35 Millionen delegierten SOL, also einen bedeutenden, aber nicht dominanten Betreiber. Ein solcher Validator erwirtschafte bei aktuellen Netzwerkbedingungen vor allem über Leader-Slot-Priority-Fees und eine zehnprozentige Kommission auf Jito-MEV-Tips etwa 250.000 bis 400.000 US-Dollar pro Jahr. Eine FCA-Zulassung könne einmalig rund 70.000 bis 170.000 US-Dollar kosten, hinzu kämen möglicherweise 100.000 bis 200.000 US-Dollar regulatorisches Kapital sowie laufende Compliance-Kosten von 65.000 bis 155.000 US-Dollar jährlich.

Für kleinere und mittlere Betreiber wäre das nach Scotts Rechnung ein erheblicher Einschnitt. „Insgesamt wären das mindestens 20 Prozent des Umsatzes im ersten Jahr und danach jährlich 15 bis 30 Prozent, noch bevor zusätzliches Personal zur Erfüllung der SMCR-Anforderungen berücksichtigt wird.“ Die Folge beschreibt der Bericht knapp: „In Großbritannien ansässige Betreiber werden ihren Standort oder ihren Verbleib im Geschäft überdenken. Ausländische Betreiber werden das Vereinigte Königreich geoblocken, statt die Compliance-Last für einen zu kleinen Markt zu tragen.“

Neben Staking rücken auch Non-Custodial Wallets in den Fokus. Die FCA erklärt, dass Anbieter, die Nutzern Mittel bereitstellen, um Orders zu platzieren, zu senden oder eine Transaktionsbestätigung zu erhalten, unter Umständen als Arrangeure von Geschäften mit qualifizierten Kryptoassets gelten könnten. Scott hält diese Lesart für problematisch: „Die Funktion eines Wallets besteht darin, auf Anweisung des Nutzers eine Nachricht zu konstruieren, zu signieren und zu versenden. Das Orderbuch, die Matching Engine, die Preis-Zeit-Priorität und die Ausführung liegen sämtlich in einem autonomen Smart Contract auf einem offenen Netzwerk, von dem das Wallet weder Kenntnis haben noch auf das es Einfluss nehmen kann.“ Würde man Wallets deshalb regulieren, müssten konsequenterweise auch RPC-Anbieter, Block Explorer, Hardware-Wallet-Hersteller und Browser in den Blick geraten.

Der SRI-Beitrag kommt zu dem Schluss, dass Großbritannien mit seinem Ansatz deutlich restriktiver vorgeht als andere große Jurisdiktionen. Scott schreibt, die EU, die Schweiz und die USA nähmen Non-Custodial Staking von der Regulierung aus, während der britische Wallet-Ansatz international ohne klares Vorbild sei. Seine zentrale Warnung lautet: „Regulierung, die grundlegende Teilnahme unwirtschaftlich macht, schützt britische Verbraucher nicht. Sie sorgt lediglich dafür, dass die Firmen, die die Zukunft der Finanzwirtschaft bauen, dies anderswo tun.“

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