StartNewsVeChain-CEO sieht Krypto in der „dunkelsten Stunde“ und KI als Wendepunkt

VeChain-CEO sieht Krypto in der „dunkelsten Stunde“ und KI als Wendepunkt

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VeChain-CEO Sunny Lu sieht die nächste große Nachfragewelle für Blockchain-Technologie nicht primär aus klassischen Enterprise-Projekten kommen, sondern aus der Verbindung mit künstlicher Intelligenz. In einem Interview mit Cointelegraphs „Chain Reaction“ vom 26. Mai argumentierte Lu, KI-Agenten würden neue Anforderungen an Identität, Zahlungen, Verifikation und Kontrolle schaffen — und damit Blockchain-Infrastruktur stärker in reale Anwendungen bringen.

Sunny Lu: Blockchain wird Wingman der KI

Sunny Lu, CEO von VeChain, zeichnete im Gespräch ein gemischtes Bild der aktuellen Blockchain-Adoption durch Unternehmen. Der Fortschritt sei langsamer als erhofft, was er unter anderem mit makroökonomischer Unsicherheit, geopolitischen Spannungen, Inflation und schwächerer Risikobereitschaft in Unternehmen begründete. „Die erste Reaktion ist oft, Innovation etwas zurückzufahren oder langsamer zu machen, wenn es darum geht, neue Technologien anzunehmen“, sagte Lu. „Auf der anderen Seite entwickelt sich KI sehr schnell, und das schafft neue Nachfrage nach Blockchain. Aus meiner Sicht braucht KI Blockchain.“

Lu verknüpft diese Einschätzung mit einer breiteren These zur nächsten industriellen Entwicklungsphase. Ohne Blockchain, so seine Argumentation, könne KI nicht die volle Rolle in einer neuen digitalen Wirtschaft übernehmen. „Wenn wir darüber nachdenken, dass KI die vierte industrielle Revolution starten soll, dann kann das ohne Blockchain nicht funktionieren“, sagte er. Gleichzeitig betonte er, dass der Kryptomarkt derzeit unter einem Mangel an realen Anwendungen leide: „Uns fehlen noch immer echte Use Cases, echte Utility oder Killer-Apps, die Menschen täglich nutzen wollen oder auf die Unternehmen angewiesen sind.“

Besonders deutlich wurde Lu bei seiner Kritik an kurzfristiger Spekulation im Kryptomarkt. Er beschrieb die Branche als polarisiert: Einerseits kämen seit 2025 mehr institutionelle Gelder von der Wall Street, andererseits bleibe die fundamentale Nutzung vieler Protokolle hinter den Erwartungen zurück. „Kapital ist wie ein Verstärker. Es kann Aufwärtstrends verstärken, aber auch Abwärtstrends“, sagte Lu. „Wenn der Kryptomarkt vor allem von Spekulation geprägt ist, wenn Fundamentaldaten und echte Nutzung fehlen, dann ist diese Marktstimmung erwartbar. Wir geben nicht auf, aber wir müssen akzeptieren, dass das derzeit die Realität ist.“

Warum KI-Agenten neue Blockchain-Nachfrage schaffen

Der zentrale Punkt in Lus Argumentation ist die Rolle autonomer KI-Agenten. Er sieht vier Bereiche, in denen Blockchain für diese Systeme relevant werden könnte: dezentrale Identität, Zahlungen, Verifikation und Steuerung über Smart Contracts. „Wie geben wir KI eine Identität? DID auf der Blockchain ist dafür eine perfekte Antwort“, sagte Lu. „Zahlungen sind der zweite Bereich, besonders wenn es um globale Zahlungen mit sehr kleinen Beträgen geht, die traditionelle Finanzinstrumente entweder nicht unterstützen können oder nur zu hohen Kosten.“

Für VeChain knüpft diese Sicht an bestehende Schwerpunkte des Projekts an. Lu verwies auf Enterprise-Adoption seit 2017, auf V-BetterDAO als Nachhaltigkeits- und Verifikationsinitiative sowie auf eine neue Säule rund um die Agent Economy. V-BetterDAO komme inzwischen auf mehr als fünf Millionen Nutzer, nahezu sechs Millionen, und über 45 Millionen kumulierte Aktionen weltweit. „Wenn man diese drei Säulen aus der Vogelperspektive betrachtet, geht es im Kern immer um dasselbe“, sagte Lu. „Es ist eine Verifikationslösung für Unternehmensaktivitäten, eine Verifikationslösung für individuelle Handlungen und künftig eine Vertrauenslösung für Agentenökonomien.“

Auch die Supply-Chain-Erfahrung von VeChain ordnete Lu in diesen Kontext ein. Er nannte frühere Anwendungsfälle wie eine Food-Safety-Plattform für Walmart sowie Supply-Chain-Management für H&M und erklärte, solche Systeme hätten bisher vor allem menschliche Handlungen oder Geschäftsaktivitäten aus bestehenden Enterprise-Systemen auf der Blockchain überprüfbar gemacht. In einer KI-Agenten-Wirtschaft verändere sich diese Logik: „Wenn künftig nicht mehr Menschen, sondern KI-Agenten globale Lieferketten koordinieren, dann reicht Vertrauen über Verträge, Verpflichtungen und Gerichtsbarkeit nicht mehr aus. Es muss auf Aufzeichnungen, vergangenen Aktivitäten und Glaubwürdigkeit aus historischen Logs beruhen.“

Für einzelne Nutzer sieht Lu ebenfalls eine potenziell weitreichende Veränderung. KI-Agenten könnten es Menschen ermöglichen, Fachwissen, Erfahrung oder sogar Hobbys skalierbarer zu monetarisieren. „Jeder kann durch Agenten zum Unternehmer werden, indem er eigene Expertise, eigenes Wissen oder sogar ein persönliches Hobby monetarisiert“, sagte er. „Ein Mensch hat physische Grenzen, vielleicht acht, zehn oder zwölf Stunden am Tag. Ein Agent kann dagegen rund um die Uhr arbeiten.“ Genau hier sieht Lu Blockchain als Infrastruktur im Hintergrund: „Menschen sprechen darüber, dass KI-Agenten dein Copilot oder dein Wingman sein können. Aber der beste Wingman für KI wird die Blockchain sein.“

Lus These verschiebt den Fokus der Blockchain-Debatte von reiner Enterprise-Integration hin zu einer Infrastrukturfrage für KI-Agenten. Für VeChain bleibt die Unternehmensadoption wichtig, doch der CEO sieht die nächste Nachfrage eher dort entstehen, wo autonome Systeme Identität, Zahlungen, Glaubwürdigkeit und Kontrolle benötigen. Ob diese Agent Economy tatsächlich zur breiten Blockchain-Nutzung führt, hängt aus seiner Sicht nicht nur von Technologie, sondern auch von Regulierung, Marktstimmung und realer Produktlieferung ab.

KI-Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Basis der angegebenen Quellen vorbereitet und vor der Veröffentlichung redaktionell durch einen menschlichen Editor geprüft, bearbeitet und freigegeben. Alle Zitate, Daten und Tatsachenbehauptungen sollen aus den genannten Quellen stammen; dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

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