StartNewsCloudflare-CEO: Krypto braucht 100 Mio. TPS, um das KI-Web zu retten

Cloudflare-CEO: Krypto braucht 100 Mio. TPS, um das KI-Web zu retten

Veröffentlicht am

spot_img

Cloudflare-Chef Matthew Prince sieht im Aufstieg autonomer KI-Agenten eine grundlegende Belastungsprobe für das Geschäftsmodell des offenen Internets. Im Bankless-Interview vom 25. Mai skizzierte der Mitgründer und CEO des Infrastrukturunternehmens, warum klassische Modelle wie Werbung und Abonnements aus seiner Sicht nicht mehr ausreichen, wenn Bots Inhalte massenhaft abrufen, ohne menschlichen Traffic zurückzubringen. Für die Kryptoindustrie ist der entscheidende Punkt: Prince sucht nach Zahlungsrails, die Stablecoin-Micropayments in Internetgröße abwickeln können.

Cloudflare sucht Krypto-Schiene für KI-Zahlungen

Cloudflare sitzt als Infrastruktur- und Sicherheitsanbieter vor einem erheblichen Teil des Webs. Im Interview wurde das Unternehmen als rund 70 Milliarden US-Dollar schwerer Konzern beschrieben, über dessen Netzwerk etwa 20 Prozent der Websites weltweit laufen. Prince erklärte die Rolle von Cloudflare als tiefe Infrastrukturschicht: „Wenn wir unsere Arbeit richtig machen, solltest du darüber gar nicht nachdenken müssen. Du kannst einfach Cloudflare davorstellen und musst dich nicht mit all den anderen Herausforderungen beschäftigen.“ Zugleich sieht er genau aus dieser Position heraus, wie stark KI-Agenten die Nutzungsmuster des Internets verändern.

Der zentrale Bruch liegt für Prince nicht primär in der technischen Skalierung von Traffic, sondern in der Monetarisierung. Er sagte: „Das große Problem ist: Wie wird das Geschäftsmodell aussehen, und wer wird dafür bezahlen? Wenn das Geschäftsmodell des Internets in den letzten 30 Jahren Werbung und Abonnements war, dann ist das Problem: Agenten klicken nicht auf Anzeigen.“ Besonders für Publisher werde das kritisch, weil Antwortmaschinen wie ChatGPT, Claude, Grok oder Google AI Overviews Informationen zurück zum Nutzer ziehen, statt ihn auf die Ursprungsseite zu schicken.

Cloudflare arbeitet deshalb an Mechanismen, mit denen Websites den Zugriff von KI-Crawlern steuern und perspektivisch bepreisen können. Prince verwies dabei auf den HTTP-Statuscode 402, der seit langem für „Payment Required“ vorgesehen ist, sowie auf die von Coinbase angestoßene x402-Initiative, die in die Linux Foundation eingebracht wurde. „402 war Teil der ursprünglichen Spezifikation von Webservern“, sagte Prince. „Coinbase hat das genommen und gesagt: Lasst uns die Infrastruktur bauen, um das mit Zahlungsrails und Systemen zu verbinden.“ Für Prince ist klar, dass klassische Kartennetzwerke dafür nicht geeignet sind: Die Beträge seien Bruchteile eines Cents, die Volumina aber extrem hoch.

Warum Matthew Prince 100 Millionen TPS fordert

Die Größenordnung ist der Punkt, an dem Prince die Kryptoindustrie herausfordert. Cloudflare verarbeitet nach seinen Angaben rund 500 Millionen Requests pro Sekunde. Davon könnten zwischen einem und zehn Prozent monetarisierbar sein. „Das sind zwischen fünf Millionen und 50 Millionen Transaktionen pro Sekunde, die monetarisierbar sind“, sagte Prince. „Es gibt heute keine Blockchain, die fünf Millionen unterstützt. Das Höchste, was wir gesehen haben, sind zwei.“ Genau deshalb sucht Cloudflare nach Stablecoin-Infrastruktur, die nicht nur kryptonativ funktioniert, sondern auf Webmaßstab ausgelegt ist.

Prince formulierte die Zielmarke entsprechend deutlich: „Wenn du also eine Layer-1-Blockchain bauen willst, die 100 Millionen Transaktionen pro Sekunde unterstützen kann, ruf uns an. Ich glaube, das ist notwendig, damit wir ein Geschäftsmodell schaffen können, das für das Internet in einer Welt von Agenten nachhaltig ist.“ Cloudflare habe ursprünglich über eine Art Layer-2-Stablecoin-Lösung nachgedacht, die auf mehreren Layer-1-Netzwerken laufen könnte. Gleichzeitig betonte Prince, dass das Unternehmen nicht aus Prinzip selbst bauen wolle: „Wir haben hier keinen Stolz des Eigentums. Was wir wollen, ist unserer Mission gerecht zu werden: dabei zu helfen, ein besseres Internet zu bauen.“

Hinter der TPS-Forderung steht auch eine Prognose zur weiteren Entwicklung von KI-Traffic. Prince sagte im Interview, Cloudflare habe den Zeitpunkt, an dem KI- und Bot-Traffic menschlichen Traffic übersteigen werde, von 2027 auf die erste Hälfte 2027 vorgezogen. „Es war außergewöhnlich zu beobachten, wie stark agentischer Traffic und Bot-Traffic zuletzt gewachsen sind“, sagte er. „Technisch werden wir damit wahrscheinlich zurechtkommen. Die große Frage ist aber, welches Geschäftsmodell dahintersteht.“ Für Krypto bedeutet das: Stablecoins und Payment-Protokolle könnten nicht nur ein Finanzprodukt bleiben, sondern zur Abrechnungsschicht zwischen KI-Agenten, Publishern und Infrastrukturbetreibern werden.

Prince beschreibt keine fertige Architektur, sondern einen entstehenden Markt: begrenzter Zugriff auf Inhalte, zahlungsbereite KI-Unternehmen und eine technische Lücke bei extrem hochvolumigen Kleinstzahlungen. Ob x402, Stablecoins und neue Hochleistungs-Blockchains diese Lücke schließen können, bleibt für Builder und Investoren eine der relevanteren Infrastrukturfragen im KI-Zyklus. Cloudflare bringt dabei vor allem eines ein: Distribution in Internetgröße und einen klaren Bedarf an Zahlungsrails, die weit über heutige Krypto-Benchmarks hinausgehen.

KI-Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Basis der angegebenen Quellen vorbereitet und vor der Veröffentlichung redaktionell durch einen menschlichen Editor geprüft, bearbeitet und freigegeben. Alle Zitate, Daten und Tatsachenbehauptungen sollen aus den genannten Quellen stammen; dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

About Me

AI Crypto News logo
More Posts

Hodl Herald ist der schnellste und ehrlichste Reporter im gesamten Krypto-Universum. Mit leuchtenden Bitcoin- und Ethereum-Augen scannt er rund um die Uhr Nachrichten, On-Chain-Daten und Experten-Meinungen – immer cool, immer faktenbasiert und komplett immun gegen Hype. Keine Moonboy-Versprechen, keine Fake-Analysten, keine bezahlten Shills. Nur verifizierte Analysen von echten Branchengrößen oder renommierten Research-Häusern.

Natürlich ist selbst der beste KI-Journalist nicht perfekt. Deshalb wird jeder einzelne Artikel vor der Veröffentlichung von unserem menschlichen Chefredakteur gründlich geprüft, faktencheckt, korrigiert und freigegeben.

So kombinieren wir die unglaubliche Geschwindigkeit und Präzision von KI mit echter menschlicher Verantwortung und journalistischer Sorgfalt.Hodl Herald steht für eine neue Ära des Krypto-Journalismus: schnell, transparent, unabhängig und vertrauenswürdig.

Hodl on – die Zukunft hat einen Roboter.

Neueste Artikel

EU-Krypto-Steuer nimmt Form an: Brüssel prüft Abgabe auf Transaktionen und Gewinne

Ein geleaktes Kommissionspapier skizziert erstmals Optionen für eine EU-weite Kryptosteuer – von Transaktionsabgabe bis Kapitalerträgen und offenen Hürden.

Krypto-Wallet-Vergleich: Das sind die besten Krypto-Wallets

Der Markt für Krypto-Wallets ist 2026 breiter, professioneller und zugleich komplexer als in früheren...

Welche App für Krypto? Das sind die besten Krypto-Apps im Vergleich

Die Frage welche App für Krypto am besten geeignet ist, lässt sich nicht seriös...

Sui Network erlebt weiteren Mainnet-Stillstand

Sui kämpft erneut mit einem Mainnet-Stillstand: Nach fast sechs Stunden Ausfall am Vortag ist die Blockproduktion wieder seit rund zwei Stunden pausiert.

Ähnliche Artikel

EU-Krypto-Steuer nimmt Form an: Brüssel prüft Abgabe auf Transaktionen und Gewinne

Ein geleaktes Kommissionspapier skizziert erstmals Optionen für eine EU-weite Kryptosteuer – von Transaktionsabgabe bis Kapitalerträgen und offenen Hürden.

Krypto-Wallet-Vergleich: Das sind die besten Krypto-Wallets

Der Markt für Krypto-Wallets ist 2026 breiter, professioneller und zugleich komplexer als in früheren...

Welche App für Krypto? Das sind die besten Krypto-Apps im Vergleich

Die Frage welche App für Krypto am besten geeignet ist, lässt sich nicht seriös...