StartNewsVanEck-Chef warnt: Für Bitcoin könnte 2026 ein schwaches Jahr werden

VanEck-Chef warnt: Für Bitcoin könnte 2026 ein schwaches Jahr werden

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Jan van Eck, CEO des rund 200 Milliarden Dollar schweren Asset-Managers VanEck, sieht für Bitcoin kurzfristig weniger Rückenwind, als viele Marktteilnehmer erwarten. In einem am 28. Mai veröffentlichten Interview mit Anthony Pompliano begründete er seine vorsichtige Einschätzung vor allem mit stagnierender Adoption, dem weiter wirksamen Vierjahreszyklus und einer aus seiner Sicht problematisch hohen Korrelation zum Nasdaq.

VanEck-Chef sieht 2026 als Bitcoin-Risiko

Van Eck stellte klar, dass er Bitcoin langfristig weiterhin positiv einschätzt, für 2026 aber ein zyklisches Risiko sieht. Er verwies darauf, dass die Bitcoin-Preisbildung aus seiner Sicht weiterhin stark von Angebotsmechanik und Marktzyklen geprägt sei. „Ich halte es für unmöglich zu sagen, Bitcoin müsse X, Y oder Z tun“, sagte van Eck. „Der Grund, warum ich mich 2017 dafür interessiert habe, war, dass Bitcoin etwas Eigenständiges ist. Es wird sich so weiterentwickeln, wie sich die Adoption verändert.“

Der VanEck-Chef knüpfte seine vorsichtige Prognose ausdrücklich an den bekannten Halving-Zyklus. Aus seiner Sicht hat die reduzierte Miner-Vergütung in der Vergangenheit regelmäßig Druck auf die Profitabilität der Miner und später auch auf den Markt erzeugt. „Begrenztes Angebot wie bei Gold, der Vierjahres- oder Halving-Zyklus: Das ist der Betrag an Bitcoin, den Miner erhalten, um das Netzwerk zu betreiben“, sagte er. „Das hat zu einem Rückgang ihrer Profitabilität und alle vier Jahre zu einem Rückgang bei Bitcoin geführt. Und 2026 ist eben das Jahr des Rückgangs bei Bitcoin.“

Gleichzeitig grenzte van Eck seine Aussage von einer grundsätzlichen Abkehr von Bitcoin ab. Er sagte: „Ich bin langfristig weiterhin bullish.“ Seine Frage laute aber, warum Bitcoin den bekannten Zyklus gerade jetzt durchbrechen sollte, wenn sich auf der Adoptionsseite kaum etwas verändert habe. Damit positioniert er sich nicht gegen Bitcoin als langfristiges Asset, sondern gegen die Erwartung einer kurzfristig automatisch fortgesetzten Rally.

Adoption stagniert, Zyklus spricht gegen Rally

Der Kern seiner Argumentation liegt in der aus seiner Sicht enttäuschenden institutionellen Nachfrage jenseits der ETF-Zuflüsse. „Was hat sich in der Adoptionsgeschichte in den vergangenen zwei Jahren verändert? Nichts“, sagte van Eck. „Zentralbanken sind nicht eingestiegen, Unternehmen sind nicht eingestiegen. Es waren im Grunde einige Finanzinvestoren über die ETFs, aber nicht viele Institutionen.“

Zwar hätten Asset Allocators begonnen, Bitcoin schrittweise in Portfolios aufzunehmen, doch van Eck sieht darin noch keinen dramatischen Strukturbruch. „Langsam haben Asset Allocators angefangen, Bitcoin einzubeziehen, aber nicht dramatisch“, sagte er. „Warum sollte man also eine große Veränderung beim Bitcoin-Preis erwarten, wenn nichts passiert ist?“ Für professionelle Anleger ist diese Unterscheidung zentral: ETF-Zugang allein ist nach van Ecks Lesart nicht gleichbedeutend mit breiter institutioneller Durchdringung.

Besonders kritisch sieht er die seit der Covid-Phase gestiegene Korrelation von Bitcoin mit dem Nasdaq. „Für mich war es sogar negativ, dass Bitcoin seit Covid eine höhere Korrelation zum Nasdaq hatte“, sagte van Eck. „Früher hatte Bitcoin buchstäblich eine Korrelation von null, und jetzt liegt sie bei 0,6, was wirklich hoch ist. Eine Korrelation von eins bedeutet identische Wertentwicklung.“ Genau das bremse nach seiner Einschätzung die Portfolioaufnahme: „Diese Allocators sind offen für Bitcoin, besonders mit der ETF-Zulassung und der impliziten Zustimmung der US-Regierung. Aber sie mögen diese Korrelation überhaupt nicht. Dann sagen sie eben: Ich nehme 1 Prozent statt 2 Prozent oder 2 Prozent statt 4 Prozent. Das hat der Adoption absolut geschadet.“

Van Ecks Warnung ist damit weniger eine Preisprognose als eine Einordnung der Marktstruktur. Solange Zentralbanken, Unternehmen und große Institutionen nicht deutlich stärker in Bitcoin allokieren und solange die Korrelation zu Tech-Aktien hoch bleibt, sieht der VanEck-Chef wenig Grund, warum Bitcoin den historischen Zyklus 2026 ohne Weiteres durchbrechen sollte. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sie Bitcoin primär als langfristige monetäre These betrachten oder als kurzfristigen Risiko-Trade innerhalb eines weiterhin zyklischen Marktes.

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