StartNews21Shares: HYPE könnte durch Hyperliquid-Wachstum 70 Dollar erreichen

21Shares: HYPE könnte durch Hyperliquid-Wachstum 70 Dollar erreichen

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Der Krypto-ETP-Anbieter 21Shares sieht Hyperliquid und den HYPE-Token zunehmend nicht mehr nur als Krypto-Derivate-Story, sondern als Wette auf eine neue Art von Makrobörse. In einem am 14. Mai 2026 veröffentlichten Report argumentiert das Research-Team, Hyperliquid habe sich durch den Handel mit Rohstoffen, Indizes und Einzelaktien über sein ursprüngliches Profil als Perpetuals-Plattform für digitale Assets hinausentwickelt. Besonders im Fokus steht dabei die Frage, ob HYPE inzwischen eher wie ein Exchange-Equity-ähnlicher Vermögenswert bewertet werden sollte als wie ein klassischer Altcoin.

21Shares: HYPE entwickelt sich zur Makrobörse

21Shares macht die These an einem geopolitischen Marktstress fest: Als US-amerikanische und israelische Streitkräfte am 28. Februar Iran angriffen, seien traditionelle Märkte geschlossen gewesen, während Hyperliquid weiter gehandelt habe. „Als die Chicago Mercantile Exchange geschlossen war, konnte die Legacy-Infrastruktur nicht reagieren. Hyperliquid, eine blockchainbasierte Derivatebörse, blieb geöffnet. Ihre 24/7-Handelsmaschine ermöglichte es dem WTI-Crude-Perpetual, den Schock in Echtzeit einzupreisen“, schreibt das Research-Team. Der WTI-Kontrakt auf Hyperliquid sei dabei auf 111,531 US-Dollar gestiegen, bevor sich die Lücke zu traditionellen Märkten nach deren Wiedereröffnung geschlossen habe.

Für 21Shares ist diese Episode mehr als ein technisches Detail. Der Report formuliert es so: „Hyperliquid reagierte nicht nur schneller; die Plattform preiste den Schock faktisch fast 48 Stunden vor dem traditionellen System ein.“ Entscheidend sei, dass das Volumen danach nicht vollständig verschwunden sei. Zwei Monate später habe Öl weiterhin rund 0,5 Milliarden US-Dollar beim 24-Stunden-Handelsvolumen ausgemacht, und Ölkontrakte hätten weiter zu den fünf meistgehandelten Assets auf Hyperliquid gezählt.

Aus Sicht von 21Shares zeigt sich darin die strategische Richtung der Plattform. „Unserer Ansicht nach zeigt Hyperliquid damit den Nordstern der Plattform. Hyperliquid ist nicht nur eine Börse für den Handel mit Krypto-Perpetual-Derivaten; sie ist vollständig zur Everything Exchange geworden, auf der Nutzer Perpetual-Derivate auf praktisch jede Art von Asset handeln können.“ Zwar bleibe Bitcoin das meistgehandelte Asset auf Hyperliquid, doch traditionelle Märkte wie S&P 500, Silber, Nasdaq-100 sowie WTI- und Brent-Öl machten laut Report bereits die Hälfte der Top-10-Assets nach Volumen aus; an einzelnen Tagen habe sogar Micron Technology den Sprung in die Top 10 geschafft.

Hyperliquid wächst über Krypto-Derivate hinaus

Der strukturelle Kern der 21Shares-Analyse liegt in HIP-3, dem permissionless Framework des Protokolls zur Einführung neuer Perpetual-Futures-Märkte. Dieses Segment stehe inzwischen für rund 35 bis 37 Prozent des gesamten Volumens, ein Anstieg um 600 bis 800 Prozent gegenüber Ende 2025. Das Open Interest über diese Märkte habe Mitte Mai 1,7 Milliarden US-Dollar erreicht und sei seit Februar um mehr als 150 Prozent gewachsen; Rohstoffe machten davon rund 730 Millionen US-Dollar aus, Öl allein etwa 20 Prozent. Gleichzeitig sei der Anteil der Krypto-Paare am Volumen von rund 90 Prozent auf etwa 65 Prozent gefallen.

Diese Verschiebung verändert nach Einschätzung von 21Shares auch die Bewertungsperspektive auf HYPE. Der Report verweist auf ein kumuliertes Allzeithandelsvolumen von 4,22 Billionen US-Dollar, davon 2,9 Billionen US-Dollar allein im Jahr 2025. Die kumulierten Bruttoeinnahmen des Protokolls lägen bei 1,15 Milliarden US-Dollar, davon 873 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. „Der Markt bewertet HYPE bereits in einer Bandbreite, die einer traditionellen Börse ähnelt. Die eigentliche Frage lautet daher, ob die Art der Hyperliquid-Umsätze diesen Vergleich rechtfertigt“, heißt es in dem Bericht. Auf Basis eines zirkulierenden Marktwerts von rund 9,4 Milliarden US-Dollar und Trailing-12-Month-Umsätzen von 944 Millionen US-Dollar errechnet 21Shares ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 10.

Besonders wichtig ist in der Analyse der Rückkaufmechanismus über den Assistance Fund, der nach Angaben von 21Shares 97 bis 99 Prozent der auf der Plattform generierten Gebühren in automatisierte HYPE-Rückkäufe lenkt. Bislang hätten diese Rückkäufe mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar erreicht. „Dieses Aktienrückkauf-ähnliche Programm skaliert mit dem Volumen und benötigt keine Zustimmung eines Boards, wodurch jeder Trade auf der Plattform direkt den Angebotsmechanismus des Tokens beeinflusst“, schreibt 21Shares. Bei aktuellen Run Rates liege die implizite Rückkaufrendite bei rund 13 Prozent des zirkulierenden Marktwerts; zugleich würden monatliche Rückkäufe von etwa 1,95 Millionen HYPE die rund 1,75 Millionen neu in Umlauf kommenden Token aus Unlocks und Staking übersteigen.

Die Bewertung bleibt nach Darstellung von 21Shares dennoch stark szenarioabhängig. Im Bull Case nennt der Report bei anhaltender geopolitischer Spannung, hohem Rohstoffvolumen und wachsendem HIP-3-Open-Interest mögliche annualisierte Umsätze von 1,2 bis 1,5 Milliarden US-Dollar und eine implizite Marktkapitalisierung von etwa 15 bis 17 Milliarden US-Dollar, entsprechend rund 62 bis 70 US-Dollar je HYPE. Im Base Case kommt 21Shares auf rund 75 US-Dollar je HYPE, während der Bear Case bei abkühlendem Nicht-Krypto-Handel, schwächeren Rückkäufen und niedrigeren Umsätzen auf etwa 15 bis 19 US-Dollar je Token verweist. Die Risiken benennt der Report klar: Zentralisierung und Angriffsvektoren, regulatorische Unsicherheit, Abhängigkeit von geopolitischer Volatilität sowie die Frage, ob Rückkäufe dauerhaft stärker bleiben als Token-Emissionen. „HYPE ist nicht risikofrei; es hat lediglich Krypto-Beta gegen geopolitische Volatilität getauscht“, schreibt 21Shares. „Ob das anhält, hängt von der Geopolitik und der Umsetzung durch das Team ab.“

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