Der CLARITY Act hat im US-Senat eine weitere wichtige Verfahrenshürde genommen. Der Bankenausschuss des Senats stimmte parteiübergreifend dafür, den Teil des Krypto-Markstrukturgesetzes voranzubringen, der in seine Zuständigkeit fällt. Für die US-Kryptoindustrie ist das ein zentraler Schritt, weil der Entwurf erstmals einen umfassenderen Rechtsrahmen für Blockchain-Netzwerke, digitale Assets, Handelsplätze und die Abgrenzung zwischen SEC und CFTC schaffen soll.
CLARITY Act nimmt nächste Hürde im US-Senat
Der Senate Banking Committee hat am 14. Mai 2026 seinen Teil des Digital Asset Market CLARITY Act im sogenannten Markup-Verfahren weitergeleitet. a16z crypto, der Krypto-Investmentarm der Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz, bezeichnete die Abstimmung als „historischen Meilenstein“, der die Kryptoindustrie voranbringe. Miles Jennings, General Counsel und Head of Decentralization bei a16z crypto, schrieb dazu: „Der Digital Asset Market CLARITY Act würde endlich klare Spielregeln für Blockchain-Netzwerke und digitale Assets schaffen. Ohne klare Regulierung hat der US-Ansatz der vergangenen zehn Jahre Märkte verzerrt, Innovation gebremst und Verbraucher erheblichen Risiken ausgesetzt.“
Der weitere Gesetzgebungsweg bleibt mehrstufig. Nach der Darstellung von a16z crypto sollen die Entwürfe aus den zuständigen Kongressausschüssen zu einem umfassenden Gesetzespaket zusammengeführt werden, über das anschließend der gesamte Senat abstimmt. Bei Zustimmung im Senat würde der Text an das Repräsentantenhaus gehen und danach, im Erfolgsfall, dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt. Jennings ordnete den Stand so ein: „Seit dem heutigen Senate Markup ist diese grundlegende Gesetzgebung, die für die gesamte Kryptoindustrie wichtig ist — von Startup-Gründern und Verbrauchern bis hin zu großen traditionellen Finanzinstituten, die onchain gehen, und Investoren — näher denn je daran, Gesetz zu werden.“
Der Entwurf baut auf früheren Initiativen auf, darunter FIT21 aus dem Jahr 2024 und die House-Version des CLARITY Act von 2025. FIT21 passierte das Repräsentantenhaus mit 279 zu 136 Stimmen, darunter 71 Demokraten; die House-Version von CLARITY wurde im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, unterstützt von 78 Demokraten. Der Senatsprozess geht auf den Lummis-Gillibrand Responsible Financial Innovation Act von Juni 2022 zurück, gefolgt von Diskussionsentwürfen des Bankenausschusses im Juli und September 2025 sowie einer weiteren Fassung im Januar 2026. Parallel brachte der Senate Agriculture Committee im Januar 2026 seinen eigenen Entwurf für die in seine Zuständigkeit fallenden Marktstrukturfragen voran.
Was der Entwurf für Krypto-Builder ändert
Im Zentrum des CLARITY Act steht die Frage, wie Blockchain-Netzwerke regulatorisch behandelt werden sollen, wenn sie nicht wie klassische Unternehmen funktionieren. a16z crypto argumentiert, dass bestehende US-Regeln auf Firmen zugeschnitten seien, bei denen ein Management Kontrolle ausübt und Investoren Schutz durch Offenlegungspflichten und treuhänderische Verantwortlichkeiten erhalten. Für Netzwerke sei dieses Modell jedoch nur begrenzt passend. Jennings schrieb: „Dieser Rahmen funktioniert für den Aufbau von Unternehmen. Aber er arbeitet gegen den Aufbau von Netzwerken. Bestehende Rechtsrahmen setzen Kontrolle durch einen Manager voraus und verlangen, dass diese Kontrolle über die Zeit bestehen bleibt.“
Für Builder wäre vor allem relevant, dass der Entwurf einen Weg für den Start von Blockchain-Netzwerken und digitalen Assets in den USA eröffnen soll. Zudem soll CLARITY die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klarer trennen und Regeln für Krypto-Handelsplätze sowie den Handel mit digitalen Assets etablieren. a16z crypto formulierte die politische Begründung deutlich: „Diese regulatorische Unsicherheit hat nicht nur Innovation behindert, sie hat auch einen Nährboden für schlechte Akteure geschaffen. Böswillige Personen konnten leicht Produkte starten, die regulatorische Lücken ausnutzten und Verbraucher schädigten. Gleichzeitig waren verantwortungsvolle Builder einer fragwürdigen ‚Regulierung durch Durchsetzung‘ ausgesetzt.“
Der Entwurf wird von a16z crypto auch als Standortfrage gelesen. Die USA hätten bislang keinen umfassenden Krypto-Rechtsrahmen, während andere Jurisdiktionen wie die Europäische Union mit MiCA und das Vereinigte Königreich mit eigenen Krypto-Regeln vorangingen. Jennings verband dies mit dem im Juli 2025 verabschiedeten GENIUS Act für Stablecoins, der einen regulatorischen Rahmen für an Fiatwährungen gekoppelte digitale Assets geschaffen habe. „Wenn unsere Rechtsrahmen so gestaltet sind, dass sie Innovation fördern und Verbraucher schützen, führt Amerika, und die Welt profitiert“, schrieb er. Für Krypto-Builder laute die praktische Konsequenz: „Wenn CLARITY die nächsten und letzten Schritte im Gesetzgebungsprozess besteht, wird die US-Rechtsarchitektur endlich zu dem passen, was Blockchain-Netzwerke tatsächlich sind.“
Der CLARITY Act ist noch kein geltendes Recht, aber die Abstimmung im Senate Banking Committee verschiebt die Debatte über US-Kryptoregulierung von Grundsatzfragen hin zur konkreten Gesetzgebung. Entscheidend wird nun sein, wie die Ausschussentwürfe zusammengeführt werden, welche Änderungen der Senat vornimmt und ob am Ende auch das Repräsentantenhaus sowie das Weiße Haus mitziehen.
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