Anthony Scaramucci, Gründer und Managing Partner des Hedgefonds SkyBridge, rechnet nach eigenen Worten erst ab Oktober oder möglicherweise im November mit einer spürbaren Erholung des Bitcoin-Kurses. In einem Interview im „Thinking Crypto“-Podcast vom 23. April ordnete er die aktuelle Schwächephase als Teil eines klassischen Vierjahreszyklus von Bitcoin ein. Zugleich verwies er auf makroökonomische Belastungen, politische Unsicherheit in den USA und anhaltenden Verkaufsdruck durch große Marktteilnehmer.
Scaramucci erwartet Bitcoin-Erholung ab Oktober
Scaramucci sagte im Podcast, er gehöre „zur alten Schule“ und sehe den aktuellen Markt als zyklischen Bärenmarkt im Rahmen des bekannten Bitcoin-Vierjahresmusters. Nach seiner Einschätzung befindet sich der Markt inzwischen in der zweiten Hälfte des Halving-Zyklus, allerdings komme eine „echte Erholung“ historisch oft erst im ersten Quartal des Folgejahres. Weil der aktuelle Zyklus aus seiner Sicht durch Makrofaktoren beschleunigt worden sei, halte er diesmal eine Stabilisierung schon im „ersten Monat des letzten Quartals“ für möglich, also im Oktober, eventuell auch erst im November.
Als Gründe für die schwächere Entwicklung nannte Scaramucci laut Podcast unter anderem politische und geopolitische Faktoren. Er verwies auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, auf Zölle und auf den Krieg, der den Märkten zuletzt zusätzliche Unsicherheit gebracht habe. Bitcoin habe sich während der vergangenen Wochen des Konflikts zwar „relativ klebrig“, also vergleichsweise robust, gezeigt. Dennoch gehe er nicht davon aus, dass sich der Markt vor dem Schlussquartal deutlich erhole.
Scaramucci argumentierte zudem, dass Enttäuschung über den politischen Kurs in Washington die Stimmung im Markt zusätzlich belastet habe. Viele Anleger hätten nach dem Regierungswechsel mit schnellerer Regulierung, klarerer Gesetzgebung und mehr Kapitalzuflüssen über Spot-ETFs gerechnet. Diese Erwartungen hätten sich aus seiner Sicht bislang nicht in vollem Umfang erfüllt. Zwar gebe es weiterhin Käufe, auch von älteren Anlegergruppen, doch laut Scaramucci reiche das nicht aus, um den Verkaufsdruck großer Bestände zu absorbieren. „Die Wale“ hätten im Bereich um 100.000 US-Dollar verstärkt Coins in den Markt gegeben, was nach seiner Darstellung den Rückgang in die hohen 60.000er ausgelöst habe.
Warum SkyBridge erst im Schlussquartal Auftrieb sieht
Für SkyBridge hängt die kurzfristige Markterholung laut Scaramucci nicht nur am üblichen Zyklus, sondern auch an der schleppenden Öffnung des traditionellen Finanzsystems. Im Podcast sagte er, dass der Vorwurf, Bitcoin sei wertlos, inzwischen „komplett vom Tisch“ sei; schon allein das Netzwerk verleihe dem Asset aus seiner Sicht erheblichen Wert. Für eine breitere und weniger volatile Adoption brauche es jedoch regulatorische Klarheit. Besonders wichtig sei dabei die Verabschiedung des sogenannten Clarity Act, weil ohne ein solches Regelwerk die großen US-Banken nicht in vollem Umfang in den Markt eintreten würden.
Scaramucci verwies in diesem Zusammenhang auf erste Vorstöße großer Finanzhäuser. Er lobte Morgan Stanley für die Einführung eines Bitcoin-ETF-Angebots zu einer aus seiner Sicht wettbewerbsfähigen Gebühr von 14 Basispunkten. Mit Blick auf das große Wealth-Management-Geschäft des Instituts sagte er, schon eine Allokation von 0,5 bis 1 Prozent in Bitcoin könnte für den Markt relevant sein. Gleichzeitig machte er deutlich, dass experimentelle Angebote einzelner Häuser für Verwahrung oder Halten von Bitcoin aus seiner Sicht noch nicht genügen. Entscheidend sei, wann große Geldhäuser Krypto-Produkte in die reguläre Vermögensberatung und Kreditvergabe integrierten.
Hinzu kommt nach Scaramuccis Darstellung ein politischer Flaschenhals. Er äußerte sich skeptisch dazu, dass zentrale Krypto-Gesetze bereits 2026 verabschiedet werden. Ursprünglich hätte er erwartet, dass sowohl Stablecoin-Regeln als auch Marktstrukturgesetze bis Ende 2026 vorliegen würden. Mitte April sei das aber nicht der Fall gewesen. Aus seiner Sicht bremst das die institutionelle Nachfrage und damit auch das Timing einer nachhaltigeren Kurserholung. SkyBridge bleibt laut Scaramucci dennoch strategisch positioniert: Das Haus halte große Bitcoin-Bestände sowie Engagements in Solana, Avalanche, und STRC. Seine Aufgabe sei derzeit vor allem, Investoren in einer schwachen Marktphase ruhig zu halten und auf den langfristigen Trend zu fokussieren.
Scaramuccis Ausblick ist damit klar als Marktmeinung eines langjährigen Hedgefonds-Managers zu verstehen, nicht als Prognose mit Gewissheit. Seine Kernaussage im Podcast lautet, dass Bitcoin kurzfristig weiter unter zyklischem, makroökonomischem und politischem Gegenwind stehen könnte, eine Erholung aber ab Oktober realistischer werde. Für professionelle Marktteilnehmer ist vor allem relevant, dass SkyBridge den fehlenden regulatorischen Durchbruch und den noch begrenzten Bankenzugang als zentrale Gründe dafür sieht, warum neuer Auftrieb ausgerechnet erst im Schlussquartal einsetzen könnte.
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