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Iran-Elite und Krypto: Reuters enthüllt Nobitex-Verbindungen

Iran-Elite und Krypto: Reuters enthüllt Nobitex-Verbindungen

Bild erstellt mit ChatGPT

Nobitex ist für viele Iraner der wichtigste Zugang zu globalen Kryptomärkten geworden. Doch eine Reuters-Recherche zeichnet ein deutlich komplexeres Bild der größten iranischen Kryptobörse: Demnach wird das Unternehmen von Ali und Mohammad Kharrazi kontrolliert, zwei Brüdern aus einer der einflussreichsten Familien der Islamischen Republik, die beim Aufbau der Plattform über Jahre unter dem Namen Aghamir auftraten. Gleichzeitig soll Nobitex eine zentrale Rolle in einem parallelen Finanzsystem spielen, über das sanktionierte staatliche Akteure und gewöhnliche Nutzer nebeneinander auf dieselbe Infrastruktur zugreifen.

Nobitex und die verborgenen Kharrazi-Verbindungen

Reuters rekonstruiert die Eigentümer- und Familienverhältnisse von Nobitex über iranische Unternehmens-, Regierungs- und Bankunterlagen. Demnach gründeten Ali und Mohammad Kharrazi die Börse unter dem Familiennamen Aghamir und bauten sie gemeinsam mit Amir Hosein Rad auf, der als CEO das öffentliche Gesicht des Unternehmens wurde. In einem Marketingheft beschrieb Mohammad seinen älteren Bruder mit den Worten: „Er ist mein Ratgeber im Leben, und ich habe seine Hilfe bei Entscheidungen immer genutzt.“ Ali wiederum sagte über die Plattform: „Wir haben uns um Nobitex wie um unser eigenes Kind gekümmert. Ich hatte immer das Gefühl, dass uns in jeder Situation eine Art übernatürliche Hilfe begleitet.“

Die politische Bedeutung der Familie reicht weit über das Unternehmen hinaus. Reuters beschreibt die Kharrazis als Teil einer Dynastie, die über Generationen zentrale religiöse, diplomatische und politische Ämter in der Islamischen Republik besetzte. Der Journalist Fariborz Kalantari, der heute im Exil lebt, formulierte es so: „Im klerikalen Establishment Irans gibt es einen inneren und einen äußeren Kreis. Diese Leute gehörten zum inneren Kreis von Ali Khamenei.“ Reuters schreibt zudem, dass die Familie durch Heirat mit allen drei Obersten Führern der Islamischen Republik verbunden ist, darunter auch mit Mojtaba Khamenei, dem neuen Obersten Führer.

Nobitex wies gegenüber Reuters jede direkte staatliche Anbindung zurück. Das Unternehmen erklärte: „Nobitex ist ein privates und unabhängiges Unternehmen. Es war nie ein Arm der Regierung und hatte zu keinem Zeitpunkt irgendeine Beziehung, Vereinbarung, Absprache oder einen Vertrag mit der Zentralbank Irans, den IRGC oder irgendeiner anderen staatlichen Stelle.“ Zugleich blieb die Verbindung der Gründer zur Kharrazi-Familie lange selbst für enge Weggefährten im Unternehmen verborgen. Ein früherer Mitarbeiter sagte nach Bekanntwerden des Familiennamens: „Das machte mir Angst. Ich habe sehr viel Hassrede gegen das Regime und die Religion geäußert.“

Wie Irans Schattennetz Kryptotransfers abwickelt

Nach den Reuters-Ergebnissen ist Nobitex heute ein zentraler Knotenpunkt für iranische Kryptotransfers. Die Börse beansprucht 11 Millionen Nutzer und soll rund 70 Prozent der iranischen Kryptotransaktionen abwickeln. Für gewöhnliche Iraner ist das angesichts von Rial-Abwertung, Inflation und dem Ausschluss vom internationalen Bankensystem ein funktionaler Zugang zu Dollar-ähnlichen Wertaufbewahrungsmitteln. Für Ermittler liegt die Bedeutung jedoch woanders: Reuters schreibt unter Berufung auf Crystal Intelligence, Elliptic und weitere private Finanzermittler, dass Nobitex auch von sanktionierten staatlichen Stellen genutzt wurde, darunter die iranische Zentralbank und der Islamische Revolutionsgardenkorps.

Die Blockchain-Auswertungen fallen unterschiedlich aus, zeigen aber dieselbe Richtung. Elliptic identifizierte Transaktionen im Wert von geschätzt 366 Millionen Dollar über Nobitex, Chainalysis kam auf rund 68 Millionen Dollar, Crystal Intelligence auf 22 Millionen Dollar an direkten Transfers aus sanktionierten Wallets. Elliptic bezifferte allein die an Nobitex gesendeten Mittel der sanktionierten iranischen Zentralbank im ersten Halbjahr 2025 auf 347 Millionen Dollar; ein Teilnetzwerk um Babak Zanjani soll mindestens 20 Millionen Dollar über Nobitex bewegt haben. Nick Smart, Chief Intelligence Officer von Crystal Intelligence, sagte: „Die Sorge bei Nobitex ist, dass dort so viel Aktivität normaler Iraner stattfindet, dass es schwer ist, das Regime von den Menschen zu trennen, die die Plattform nutzen.“

Wie das Schattennetz operativ funktioniert, beschreibt Reuters anhand von Wallet-Rotation, Adressverschleierung und Layering. Nobitex wechsle regelmäßig die für Transfers genutzten Wallet-Adressen und habe eigene kryptografische Werkzeuge entwickelt, um Beziehungen zwischen Wallets schwerer nachvollziehbar zu machen. Im Jahresbericht 2021 schrieb der jüngere der beiden Brüder, dies geschehe wegen „zunehmender Beschränkungen im Zusammenhang mit internationalen Sanktionen“. Zudem habe die Plattform Kunden erklärt, wie sich Transaktionen über mehrere Wallets staffeln lassen, damit westliche Behörden sie schwerer verfolgen können. Senatorin Elizabeth Warren sagte zu den Enthüllungen: „Diese neue Berichterstattung ist ein grell blinkendes Warnsignal: Gegner nutzen digitale Vermögenswerte als Alternative zum von den USA geführten globalen Finanzsystem und bewegen Milliarden problemlos, weil zu viele Dienste im Krypto-Ökosystem keine grundlegenden Kontrollen zur Verhinderung von Geldwäsche und Sanktionsumgehung haben.“

Reuters hebt auch hervor, dass Nobitex selbst während des landesweiten Internet-Blackouts und massiver Stromausfälle weiterlief. Crystal Intelligence schätzt, dass die Börse in dieser Zeit mehr als 100 Millionen Dollar an Transaktionen verarbeitet hat, etwa 20 Prozent ihres üblichen Niveaus. Netblocks zufolge hatten in dieser Phase nur Nutzer auf einer „staatlich genehmigten Whitelist“ Zugang zum Internet, also 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung. Nobitex veröffentlichte am 1. April eine Mitteilung an Kunden, wonach „trotz der Instabilität bei Infrastruktur und Servicesystemen“ ihre Gelder sicher und verfügbar seien. Für Beobachter zeigt genau diese operative Kontinuität, wie tief die Börse inzwischen in Irans informelle Finanzarchitektur eingebettet ist.

KI-Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Basis der angegebenen Quellen vorbereitet und vor der Veröffentlichung redaktionell durch einen menschlichen Editor geprüft, bearbeitet und freigegeben. Alle Zitate, Daten und Tatsachenbehauptungen sollen aus den genannten Quellen stammen; dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

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