Charles Hoskinson, Gründer von Cardano und CEO von Input Output, hat Vorwürfe zurückgewiesen, das Netzwerk habe die Skalierung zugunsten von Governance vernachlässigt. In mehreren Beiträgen auf X stellte Hoskinson den aktuellen Kurs als Ergebnis jahrelanger Forschung dar und argumentierte, dass Governance und Skalierung auf Cardano nicht gegeneinander stünden, sondern sich gegenseitig bedingten. Hintergrund der Debatte sind auch neun Treasury-Vorschläge von Input Output für 2026, die nach Darstellung des Unternehmens vor allem auf Skalierung und Dezentralisierung zielen.
Hoskinson weist Kritik an Cardanos Kurs zurück
Hoskinson reagierte scharf auf den Vorwurf, Cardano habe seine Prioritäten verlagert. „Ich bin es wahnsinnig leid, eine falsche Erzählung zu hören, wonach wir die Skalierung zugunsten von Governance aufgegeben haben“, schrieb er auf X. Zugleich betonte er, dass „es seit der Zeit vor Shelley kontinuierliche Anstrengungen und Arbeit an der Skalierung“ gegeben habe. Als Beispiele nannte er Layer-2-Innovationen, das EUTXO-Modell, Zero-Knowledge-Konzepte, Partnerchains sowie Leios als jüngsten Baustein.
Dabei stellte Hoskinson die technische Komplexität der Aufgabe in den Vordergrund. „Viele dieser Ideen erforderten tiefgehende Forschung und Entwicklung sowie originäre Publikationen. Das lässt sich nicht beschleunigen, indem man einfach mehr Leute darauf wirft. Es ist Forschung“, schrieb er. Während diese Arbeit gelaufen sei, habe Cardano mit Voltaire das Governance-Framework umgesetzt. Dieses „schließt die Treasury für die gesamte Community auf“ und mache das Netzwerk aus seiner Sicht robuster, zumal spätere Skalierungsmaßnahmen zahlreiche Parameteränderungen erforderten, die Input Output nicht einseitig vornehmen könne.
Besonders deutlich wandte sich Hoskinson gegen die Vorstellung, Ressourcen seien aus der Skalierungsarbeit abgezogen worden. „Niemand wurde aus Forschung und Entwicklung zur Skalierung abgezogen. Dutzende Wissenschaftler und Ingenieure haben über Jahre hinweg Ideen entwickelt und Prototypen gebaut“, schrieb er. Cardano hätte, so seine Darstellung, auch einen „halbzentralisierten und nicht sicheren Zwischenzustand“ wählen können, „der ständig abstürzt wie andere Blockchains“. Stattdessen habe sich das Ökosystem dafür entschieden, „es richtig zu machen, so wie wir die Dinge im Cardano-Ökosystem immer gemacht haben“.
Skalierung und Governance sollen zusammen greifen
Hoskinson verbindet die Verteidigung des bisherigen Tempos mit dem Verweis auf konkrete technische Roadmaps. „Wir haben jetzt ein vollständiges Design für Leios, Peras und eine starke L2-Strategie. Sie sind elegant und zukunftssicher“, schrieb er. Weiter hieß es: „Wir haben jetzt die beste Skalierungsstrategie im gesamten Kryptobereich. Das ist es, was uns die Zeit gebracht hat.“ Diese Linie deckt sich mit den Treasury-Vorschlägen von Input Output für 2026, die laut Unternehmensdarstellung „zwei Prioritäten“ bündeln: Skalierbarkeit und Dezentralisierung.
Besonders zentral ist dabei der Konsens-Vorschlag rund um Leios. Input Output beschreibt ihn als „größte technische Initiative im Portfolio“ und als zentrale Layer-1-Skalierungslösung. Carlos Lopez De Lara, der das Vorhaben leitet, formulierte den Anspruch so: „Wir haben Leios über Jahre erforscht und Prototypen entwickelt. Die Wissenschaft ist abgeschlossen. Jetzt liefern wir aus. Wenn das live geht, verändert sich die Geschichte von Cardanos Durchsatz dauerhaft.“ Parallel dazu soll die Layer-2-Strategie mit Hydra und dem optimistischen Rollup Midgard ausgebaut werden. Sharan Koneria schrieb dazu: „Die Lücke zwischen Hydra und Midgard ist keine Überschneidung. Es ist eine klare Aufgabenteilung. Hydra bedient Anwendungsfälle mit bekannten Parteien und hoher Frequenz. Midgard bedient offene, erlaubnisfreie Anwendungen.“
In Hoskinsons Argumentation ist Governance kein Nebenschauplatz, sondern Voraussetzung für die Umsetzung dieser Upgrades. „Die Umsetzung von Voltaire bedeutet, dass jede und jeder von euch eine Stimme und ein Stimmrecht darüber hat, wann und wie das aktiviert wird“, schrieb er. Die Community habe dieses Stimmrecht bereits genutzt, um den Wunsch nach einem Multi-Client-Ökosystem zu äußern; deshalb werde die Weiterentwicklung „mehrfach von unabhängigen Teams“ umgesetzt. Zugleich warnte er vor einem Stückwerk-Ansatz bei den aktuellen IO-Vorschlägen. In einem weiteren X-Post schrieb Hoskinson: „Das ist das traurige Endergebnis einer stückweisen Roadmap. Es ist ein iPhone, das von einem Komitee entworfen wurde, bei dem Leute entscheiden, ob sie den Fingerabdrucksensor lieber mögen als kabelloses Laden. Am Ende bekommt man ein bizarreres, nutzloses Produkt.“
Hoskinson zog den Bogen schließlich noch weiter und stellte Governance als strategischen Schutzmechanismus für das Netzwerk dar. Ohne den eingeschlagenen Weg, so sein Argument, gäbe es keine DReps, keine Verfassung, kein Verfassungskomitee, keine Mitsprache über Upgrades, keine echte Client-Diversität und keine von der Community legitimierte Roadmap. Zudem wäre „mehr als eine Milliarde ADA“ im Treasury gebunden und nicht nutzbar. Mit Blick auf die Bitcoin-Debatte um BIP-360 und BIP-361 schrieb er: „Gerade die Tatsache, dass Bitcoin Probleme hat zu klären, ob man Satoshis Geld für das ‚größere Wohl‘ nehmen soll oder es einfach jemand anderem überlässt, es zu nehmen, ist die größte Bestätigung für den Wert von Governance.“ Cardano werde dieses Problem aus seiner Sicht „dank Governance vollständig umgehen“.
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