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Ethereum in der Sinnkrise: GSR Research sieht wachsenden Druck auf die EF

Ethereum in der Sinnkrise: GSR Research sieht wachsenden Druck auf die EF

Bild erstellt mit ChatGPT

Ethereum steht erneut im Zentrum einer Debatte, die weit über den aktuellen Kursverlauf hinausreicht. In der Community verdichten sich Diskussionen über Abgänge bei der Ethereum Foundation, schwächere Marktmetriken und die Frage, ob Vitalik Buterins stärker technisch und neutralitätsorientierte Vision ausreicht, um Ethereum gegen schnellere Wettbewerber zu verteidigen.

Ethereum ringt mit Abgängen und schwachem Kurs

Carlos Guzman von GSR Research beschreibt die vergangenen Monate als eine der schwierigeren Phasen für die Ethereum-Community seit längerer Zeit. Auf X schrieb er: „Mindestens neun hochrangige Mitwirkende der Ethereum Foundation sind 2026 gegangen, fünf davon allein im Mai. Die Liste umfasst die Protocol-Cluster-Leads Tim Beiko und Barnabé Monnot, die erfahrenen Researcher Carl Beekhuizen und Julian Ma sowie den früheren Co-Executive Director Tomasz Stańczak.“ Für ein Ökosystem, das stark von langfristiger technischer Kontinuität lebt, sind solche Personalbewegungen ein sensibles Signal.

Ein Teil der Abgänge folgte einer internen Vorgabe rund um CROPS, also Censorship Resistance, Open Source, Privacy und Security. Guzman schrieb dazu: „Mehrere Abgänge folgten auf ein umstrittenes internes Mandat, das sich auf CROPS konzentrierte und von vielen als Zurückstufung von Wachstum und Adoption wahrgenommen wurde.“ Auch außerhalb der Foundation stieß die Entwicklung auf Reaktionen. Dankrad Feist, früher bei der Ethereum Foundation, forderte öffentlich eine neue Organisation mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Kapital, die wirtschaftlich eng an Ethereum ausgerichtet sein solle. David Hoffman, Co-Host von Bankless und lange als ETH-Befürworter bekannt, erklärte zudem, er habe alle seine ETH verkauft, weil er mit einer Führung unzufrieden sei, die aus seiner Sicht zu wenig Interesse an Wachstum zeige.

Der Markt verstärkt diese Debatte. ETH liegt im laufenden Jahr rund 30 Prozent im Minus, während das ETH/BTC-Verhältnis im Mai auf 0,027 fiel und damit den tiefsten Stand seit Mitte 2025 erreichte. Guzman verweist außerdem auf die Netzwerkeinnahmen als Indikator dafür, wie stark Nutzer bereit sind, für Blockspace zu zahlen: „Ethereum dominierte diese Kennzahl während des Bullenmarkts 2021, hat aber schrittweise Boden an Chains wie Solana, Tron und Hyperliquid verloren. Einnahmen erzählen nicht die ganze Geschichte, weil Chains aktiv Gebühren senken, um zu konkurrieren und mehr Nutzer anzuziehen, doch die Trendlinie zeichnet weiterhin das Bild eines Ethereum, das gegenüber agileren Herausforderern an Boden verliert.“

Vitaliks Vision setzt auf Neutralität und Technik

Vitalik Buterin, Mitgründer von Ethereum, reagierte mit einem längeren X-Beitrag, in dem er seine persönliche Vorstellung für die künftige Rolle der Ethereum Foundation skizzierte. Guzman fasst Buterins Position so zusammen: „Er sieht die EF als ein ‚kleineres Schiff‘, das weniger ETH verkaufen und sich enger auf CROPS konzentrieren soll, statt zu versuchen, das gesamte Ökosystem zu steuern.“ Buterin betonte demnach, die Foundation solle als „ein Knoten mit einem definierten Zweck“ verstanden werden, nicht als Zentrum von Ethereum. Talente in andere Rollen außerhalb der EF zu verlagern, sei aus seiner Sicht teilweise notwendig, damit wichtige Funktionen externes Kapital anziehen und unabhängige Führung entwickeln können.

Technisch stellte Buterin drei Säulen in den Vordergrund, die Ethereum in einer Weise „zutiefst beeindruckend“ machen sollen, die Wettbewerber nicht einfach kopieren könnten. Die erste Säule ist beweisbar fehlerfreie Software durch KI-gestützte formale Verifikation. Guzman schrieb dazu: „Ein Ansatz, der bis vor Kurzem unrealistisch wirkte, steht nun an der Schwelle zur Machbarkeit.“ Die zweite Säule ist „available chain consensus“, eine Eigenschaft, die Guzman als unter Proof-of-Stake-Chains einzigartig für Ethereum beschreibt: Sie kombiniere klassische BFT-Sicherheit bei Netzwerk-Asynchronität mit Bitcoin-ähnlicher Sicherheit bei Synchronität bis zu einem Angreiferanteil von 49 Prozent. „Keine andere PoS-Chain bietet beides“, schrieb er.

Die dritte Säule ist die Minimierung von Intermediären. Dabei geht es darum, Abhängigkeiten von zentralisierten Relayern und Drittinfrastruktur bei grundlegenden Funktionen wie Transaktionseinbindung und Privatsphäre zu reduzieren, unter anderem durch Vorschläge wie FOCIL und EIP-8141. Guzman sieht darin den Kern von Buterins strategischer Wette: „Was Vitalik formuliert, ist im Kern eine Wette auf glaubwürdige Neutralität als dauerhaften Wettbewerbsvorteil von Ethereum. Diese Wette ist überzeugender, als Ethereums Kritiker ihr zugestehen.“ Blockspace sei nicht einfach eine austauschbare Ware, da Nutzer auf manchen Chains dauerhaft höhere Gebühren akzeptierten als auf anderen. Entscheidend seien Anwendungen, Vermögenswerte, Liquidität und andere Nutzer, die auf einer glaubwürdig neutralen Basis Netzwerkeffekte schaffen.

Offen bleibt, ob diese Vision schnell genug umgesetzt werden kann. Guzman hält fest, dass Nutzer nicht nur Neutralität suchen, sondern auch günstige, schnelle, private und gut nutzbare Transaktionen erwarten. Ethereum bleibt in mehreren dieser Punkte hinter neueren Wettbewerbern zurück. „Vitaliks Vision ist wohl die richtige“, schrieb Guzman. „Ob das Ökosystem sie umsetzen kann, bevor sich dieses Zeitfenster schließt, bleibt ungewiss.“

KI-Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Basis der angegebenen Quellen vorbereitet und vor der Veröffentlichung redaktionell durch einen menschlichen Editor geprüft, bearbeitet und freigegeben. Alle Zitate, Daten und Tatsachenbehauptungen sollen aus den genannten Quellen stammen; dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

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