Bitcoin zeigt nach der Einschätzung des bei CryptoQuant veröffentlichenden Analysten Moreno ein erstes relevantes Signal einer möglichen Bodenbildung. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Spotpreis selbst, sondern ein On-Chain-Modell, das die Verteilung von Gewinnen und Verlusten innerhalb der Bitcoin-UTXO-Struktur misst. Die Analyse deutet auf eine fortgeschrittenere Marktbereinigung hin, warnt aber zugleich davor, kurzfristige Erholungen bereits als strukturelle Trendwende zu interpretieren.
Bitcoin sendet erstes Signal einer Bodenbildung
Moreno verweist in seiner aktuellen CryptoQuant-Analyse auf das Bitcoin UTXO Block P/L Count Ratio Model. Dieses Modell vergleicht die Zahl der UTXO-Blöcke im Gewinn mit jenen im Verlust und soll damit sichtbar machen, wie breit die Gewinnbasis unterhalb des aktuellen Preises noch ist. In der Analyse heißt es: „Bitcoin beginnt, das erste klare Signal einer tieferen Marktbereinigung zu zeigen. Das Bitcoin UTXO Block P/L Count Ratio Model vergleicht die Menge der UTXO-Blöcke, die im Gewinn liegen, mit jenen, die im Verlust liegen.“
Die Logik hinter dem Indikator ist für Marktteilnehmer relevant, weil sie nicht nur kurzfristige Preisbewegungen abbildet, sondern die innere Profitabilitätsstruktur des Netzwerks. Moreno beschreibt den Mechanismus so: „Vereinfacht gesagt misst es, wie breit die Gewinnbasis des Marktes unter dem Preis ist. Wenn das Verhältnis hoch ist, bleiben die meisten UTXO-Blöcke im Gewinn.“ Ein hoher Wert signalisiert demnach, dass der Markt noch viele nicht realisierte Gewinne trägt, was in früheren Phasen auch mit erhöhtem Distributionsrisiko verbunden war.
Die aktuelle Veränderung liegt für Moreno darin, dass dieses Verhältnis inzwischen in einen Bereich gefallen ist, der historisch mit Bodenbildungsprozessen verbunden war. Er formuliert jedoch ausdrücklich keine endgültige Entwarnung: „Das Verhältnis ist nun in eine Zone gefallen, die historisch während Bodenbildungsprozessen aufgetreten ist, aber das bedeutet nicht, dass der Boden bereits erreicht ist.“ Damit beschreibt die Analyse eher den Beginn einer tieferen Bereinigung als den Abschluss eines Bärenmarktprozesses.
Warum der Markt noch mehr Stress verkraften muss
Entscheidend ist für Moreno nicht nur der aktuelle Stand des Verhältnisses, sondern auch die Entwicklung des 365-Tage-Durchschnitts. Für ein stärkeres Bodenbildungssignal müsse dieser gleitende Durchschnitt deutlich stärker fallen. In der Analyse heißt es: „Für ein stärkeres Bodenbildungssignal muss der gleitende 365-Tage-Durchschnitt noch wesentlich aggressiver zurückgehen. Das würde anzeigen, dass die langfristige Gewinnstruktur des Marktes angemessen zurückgesetzt wird, statt lediglich ein kurzfristig überverkauftes Signal zu erzeugen.“
Damit grenzt Moreno eine technische Erholung klar von einer strukturellen Erholung ab. Kurzfristige Aufwärtsbewegungen seien weiterhin möglich, insbesondere wenn gehebelte Short-Positionen zu stark überfüllt werden. Der Analyst schreibt dazu: „Short Squeezes und vorübergehende Aufwärtsbewegungen können weiterhin auftreten, besonders wenn gehebelte Shorts zu dicht gedrängt sind. Aber solche Rallys sollten nicht mit einer strukturellen Erholung verwechselt werden, sofern sich das breitere Gewinn-Verlust-Verhältnis nicht nachhaltig wieder aufbaut.“
Der Kern der Analyse ist daher vorsichtig konstruktiv, aber nicht bullisch im engeren Sinn. Bitcoin zeige inzwischen Hinweise auf eine „bedeutende interne Bereinigung“, doch die historische Einordnung spricht aus Morenos Sicht dafür, dass der Markt noch zusätzlichen Stress absorbieren muss. Seine Schlussfolgerung lautet: „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass BTC endlich Anzeichen einer bedeutenden internen Bereinigung zeigt. Wenn die Geschichte jedoch ein Leitfaden ist, muss der Markt möglicherweise noch mehr Stress verkraften, bevor sich die bärische Phase vollständig erschöpfen kann.“
Die CryptoQuant-Analyse liefert damit ein frühes, aber noch unvollständiges Signal für eine mögliche Bodenbildung bei Bitcoin. Der Rückgang des UTXO Block P/L Count Ratio deutet auf eine fortschreitende Bereinigung der Gewinn- und Verluststruktur hin. Für Trader und Investoren bleibt jedoch entscheidend, ob sich diese Entwicklung auch im längerfristigen Durchschnitt bestätigt und ob kurzfristige Erholungen durch eine nachhaltige Verbesserung der On-Chain-Struktur getragen werden.
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