Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, sieht Bitcoin laut einem Podcast-Auftritt bei Bitcoin Suisse derzeit fundamental günstig bewertet – zugleich aber durch ein wachsendes Quantenrisiko ausgebremst. In dem Gespräch mit Dominic Weibel und Luca Gnos argumentierte Edwards, der Markt habe diese Gefahr bereits weitgehend eingepreist. Sollte das Bitcoin-Ökosystem bei postquantenresistenten Upgrades Fortschritte machen, könnte sich das Bewertungsbild nach seiner Einschätzung jedoch schnell drehen.
Quantumrisiko drückt auf Bitcoins Bewertungsbild
Edwards sagte im Podcast, er betrachte das Thema als „meine größte Sorge bei Bitcoin“. Seine Einschätzung sei zugleich zweigeteilt: „Ich sage heute, dass das Risiko vollständig eingepreist ist – und sogar noch mehr. Für mich bedeutet das, dass es kurzfristig eine gute Gelegenheit ist.“ Zugleich schob er eine zeitliche Bedingung nach: „Wenn wir zwei Jahre lang nichts tun, werde ich wahrscheinlich kein Bitcoin mehr halten.“
Zur Begründung verwies Edwards auf eine aus seiner Sicht auffällige Marktdivergenz. Bitcoin habe sich entgegen historischer Muster schwächer entwickelt, obwohl Gold stark gestiegen sei und Bitcoin nach dem Halving eigentlich ein konstruktives Umfeld gehabt habe. Im Podcast formulierte er es so: „2025 ist das Jahr nach dem Halving. Normalerweise ist das eines der stärksten Jahre, und es war negativ. Gleichzeitig fiel Bitcoins Inflation unter die von Gold, was es zum härtesten Asset der Welt machen sollte. Das hätte eigentlich der bullischste Fall sein müssen.“ Für Edwards ist diese Abweichung ein Indiz, dass ein Teil des Marktes das Quantenrisiko bereits berücksichtigt.
Konkret beziffert Edwards den von ihm angesetzten Bewertungsabschlag aktuell auf rund 25 Prozent. „Der Abschlagsfaktor liegt für mich heute bei etwa 25 Prozent“, sagte er. Seine Modellierung basiere auf Schätzungen von Quantenfirmen und Physikern zum möglichen „Q-Day“, also dem Zeitpunkt, an dem ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer Bitcoin-Signaturen brechen könnte. Besonders kritisch sieht er, dass die Reaktion aus dem Core-Umfeld aus seiner Sicht bislang zu verhalten ausfällt. „Einige der größten Core-Entwickler haben kürzlich gesagt, es sei nicht einmal unter ihren Top-100-Prioritäten. Für mich ist das die einzige Priorität, die Bitcoin haben sollte. Nichts anderes zählt.“
Edwards sieht Aufholpotenzial bei Fortschritten
Trotz dieser Warnung zeichnet Edwards kein rein negatives Bild. Mehrere seiner On-Chain- und Bewertungsmodelle deuteten laut seiner Darstellung darauf hin, dass Bitcoin in einer attraktiven Zone handle. Zur sogenannten „Energy Value“-Metrik sagte er: „Der faire Wert von Bitcoin, rein auf Basis der eingesetzten Energie, liegt bei rund 115.000 Dollar. Das bedeutet, dass wir heute ungefähr 43 Prozent unter dem fairen Wert liegen.“ Selbst unter Einbezug des Quantenabschlags bleibe Bitcoin nach seiner Lesart unterbewertet.
Auch das Marktumfeld interpretiert Edwards konstruktiv. Im Gespräch verwies er auf relative Stärke gegenüber anderen Assets und auf ein aus seiner Sicht auffallend negatives Sentiment. „Bitcoin liegt etwa 20 Prozent gegen Gold vorn, aber die Stimmung ist einfach schrecklich“, sagte er. Genau das könne ein positives Kontra-Signal sein: „Dieses Umfeld ist oft ein wirklich bullisches Zeichen. Märkte bilden ihre Tiefs häufig unter genau solchen Bedingungen.“ Zusätzlich hob er hervor, Bitcoin habe „in den letzten zwei, drei Wochen das Skript komplett umgedreht“, nachdem die Kryptowährung zuvor neun Monate in einem klaren Abwärtstrend gewesen sei.
Den wichtigsten Kurstreiber für die kommenden Quartale sieht Edwards deshalb nicht in einem klassischen Narrativ, sondern in konkreten technischen Fortschritten beim Quantenschutz. „Sobald es irgendeinen messbaren Fortschritt bei der Implementierung von Code gibt, um Bitcoin zu verbessern, wird der Markt neu bewerten und dieses Risiko verschwindet“, sagte er. Noch deutlicher wurde er beim Ausblick: „Wenn wir bei Quantum messbare Fortschritte bekommen, könnten wir sehr schnell ein neues Allzeithoch sehen. Wenn wir das nicht bekommen, sehen wir möglicherweise keines.“ Seine Grundaussage lautet damit: Der Markt preist die Gefahr bereits ein – und genau deshalb könnte jede glaubwürdige Reaktion aus der Entwicklergemeinschaft erhebliches Aufholpotenzial freisetzen.
Der Podcast liefert damit vor allem eine klar attribuierte Analystensicht: Edwards hält Bitcoin nach mehreren Bewertungsmodellen für günstig, koppelt weiteres Aufwärtspotenzial aber eng an die Frage, ob das Netzwerk das Quantenrisiko in absehbarer Zeit aktiv adressiert. Ob sich diese These bestätigt, hängt laut seinen Aussagen weniger an kurzfristiger Makrovolatilität als an technischer und institutioneller Glaubwürdigkeit im Umgang mit einer aus seiner Sicht nicht mehr theoretischen Bedrohung.
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