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Hoskinson: Cardano muss den größten Web3-Fehler beheben

Cardano Gründer Hoskinson greift Moxies Web3 Kritik auf

Bild erstellt mit ChatGPT

Charles Hoskinson, Mitgründer von Cardano und CEO von Input Output, hat in einem Livestream vom 23. April 2026 ein altes Essay von Moxie Marlinspike neu aufgegriffen und als Ausgangspunkt für eine grundsätzliche Kritik an der Web3-Infrastruktur genutzt. Marlinspike, Mitgründer des Messengers Signal und langjähriger Sicherheitsforscher, hatte bereits Anfang 2022 argumentiert, dass viele vermeintlich dezentrale Krypto-Anwendungen in der Praxis auf wenige zentrale API-Anbieter, Wallet-Dienste und Marktplätze angewiesen seien. Hoskinson sagte, genau diese Analyse habe ihn überzeugt, Blockfrost zu kaufen und als Baustein für eine dezentralere Infrastruktur innerhalb des Cardano-Ökosystems weiterzuentwickeln.

Hoskinson greift Moxies Web3-Kritik auf

Hoskinson las in seinem Stream längere Passagen aus Marlinspikes Text „My first impressions of web3“ vor und stellte dessen Kernthese ausdrücklich in den Mittelpunkt. Besonders hob er die Beobachtung hervor, dass Nutzer „ihre eigenen Server nicht betreiben wollen“ und dass sich deshalb auch in Krypto-Netzwerken schnell wieder zentrale Dienstleister durchsetzen. Marlinspike schrieb laut der von Hoskinson vorgelesenen Passage: „Menschen wollen ihre eigenen Server nicht betreiben und werden es nie wollen. Selbst Nerds wollen ihre eigenen Server inzwischen nicht mehr betreiben.“ Für Hoskinson ist das keine Randnotiz, sondern die strukturelle Schwachstelle vieler Web3-Versprechen.

Im Zentrum steht aus Sicht beider Autoren die Kluft zwischen Onchain-Ideal und Offchain-Realität. Marlinspike formulierte es in seinem Essay so: „So viel Arbeit, Energie und Zeit ist in die Schaffung eines vertrauenslosen, verteilten Konsensmechanismus geflossen, aber praktisch alle Clients, die darauf zugreifen wollen, tun das, indem sie einfach den Ausgaben dieser zwei Unternehmen vertrauen – ohne jede weitere Verifikation.“ Gemeint waren in seinem Ethereum-Beispiel vor allem Infura und Alchemy. Hoskinson sagte dazu im Stream, auf Cardano treffe die unbequeme Wahrheit ebenfalls zu: „Ist Cardano anders? Die Antwort ist nein. Das ist die unbequeme versteckte Wahrheit, über die Moxy spricht.“

Marlinspike kritisierte zudem, dass Wallets und NFT-Anwendungen häufig keine direkte Sicht auf die Blockchain hätten, sondern auf externe APIs angewiesen seien. Hoskinson griff insbesondere die Passage auf, wonach MetaMask „nicht wirklich viel macht“ und im Wesentlichen „eine Ansicht auf Daten ist, die von zentralisierten APIs bereitgestellt werden“. Marlinspikes wohl zugespitzteste Formulierung lautete: „Sobald sich ein verteiltes Ökosystem aus Bequemlichkeit um eine Plattform zentralisiert, wird es zum Schlechtesten aus beiden Welten. Zentralisierte Kontrolle, aber immer noch so verteilt, dass es in der Zeit stecken bleibt.“ Hoskinson nannte genau diesen Satz den wichtigsten des gesamten Essays.

Blockfrost als Antwort auf zentrale Schwächen

Hoskinson verband die Kritik anschließend direkt mit einer konkreten industriepolitischen und technischen Stoßrichtung für Cardano. Er sagte, Marlinspikes Essay habe ihn überzeugt, „Blockfrost zu kaufen“, weil die Analyse „zu 100 Prozent richtig“ sei. Seine zentrale Schlussfolgerung: Auch wenn die Abwicklung auf einer Blockchain stattfinde, brauche jede nutzbare Anwendung Offchain-Komponenten. „Unter der Haube gibt es Onchain und Offchain“, sagte Hoskinson. „Alles, was eine DApp braucht, um richtig zu laufen – nicht alles davon lebt auf deiner Blockchain.“ Genau dort entstünden laut ihm die wirtschaftlichen Anreize für neue Machtzentren.

Zur Untermauerung verwies Hoskinson auf die hohen Bewertungen zentraler Infrastruktur-Anbieter. Im Stream nannte er Alchemy als Beispiel und sprach unter Verweis auf eine Finanzierungsrunde von Februar 2022 von einer Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar nach 200 Millionen Dollar frischem Kapital. Für ihn zeigt das, dass die eigentliche Kontrolle über Nutzererfahrung und Zugriffspfade oft nicht auf Protokollebene liegt. Wörtlich sagte er: „Diese Infra-Unternehmen, die Offchain laufen, bekommen 10, 20, 30 Milliarden Dollar Bewertungen, weil sie im Grunde die Show leiten.“ Ethereum sei, so seine Darstellung, „nicht darauf ausgerichtet, Infura und Alchemy zu dezentralisieren“.

Blockfrost solle deshalb nach Hoskinsons Darstellung zu einer Art „dezentralisiertem Infura“ oder „dezentralisiertem Alchemy“ werden. Er formulierte das Ziel so: „Die Bestimmung von Blockfrost, wenn wir es finanzieren, ist es, die dezentralisierte Infra-Alchemy zu werden, die wir uns alle gewünscht hätten.“ Weiter sagte er: „Wir haben als Industrie eine Schuld zu begleichen. Wir haben gesagt, ihr werdet eure eigene Bank sein, euer eigenes Geld führen, eure eigene Infrastruktur betreiben – aber das haben wir nicht geliefert. Wir müssen den Job zu Ende bringen.“ Laut Hoskinson soll Blockfrost perspektivisch als Partner Chain mit dualem Token-Ökonomie-Modell ausgebaut werden und nicht nur Cardano, sondern breiter die Krypto-Industrie adressieren. Ob und in welchem Umfang diese Strategie umgesetzt wird, hängt allerdings von Governance-Entscheidungen und Finanzierungsbeschlüssen im Cardano-Ökosystem ab, wie Hoskinson selbst einräumte.

Der Livestream macht deutlich, dass Hoskinson Marlinspikes Web3-Kritik nicht als Angriff von außen liest, sondern als Bestätigung einer internen Baustelle der Branche. Der Kernpunkt lautet nach seiner Darstellung nicht, dass Blockchains überflüssig seien, sondern dass Dezentralisierung am Client- und Infrastrukturrand bislang unvollständig geblieben ist. Mit Blockfrost skizziert Hoskinson einen Versuch, genau diese Lücke zu schließen. Ob daraus tatsächlich eine belastbare Alternative zu zentralen API-Gatekeepern entsteht, bleibt vorerst eine offene Frage.

KI-Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Basis der angegebenen Quellen vorbereitet und vor der Veröffentlichung redaktionell durch einen menschlichen Editor geprüft, bearbeitet und freigegeben. Alle Zitate, Daten und Tatsachenbehauptungen sollen aus den genannten Quellen stammen; dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

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