Der Kursrutsch von STRC unter den Nennwert hat eine Debatte über die Kapitalstruktur von Strategy (MSTR) und die Belastbarkeit des von Michael Saylor geprägten Bitcoin-Treasury-Modells ausgelöst. Im Zentrum steht die Frage, ob die Vorzugsaktie lediglich Marktstress einpreist oder ob daraus ein strukturelles Risiko für Strategy entsteht.
STRC fällt unter Nennwert: Strategy im Fokus
STRC, eine unbefristete Vorzugsaktie von Strategy, notiert deutlich unter ihrem Nennwert von 100 US-Dollar. Arkham schrieb auf X: „STRC hat die Bindung verloren. Der Kurs ist auf 76,20 US-Dollar gefallen, rund 25 Prozent unter Nennwert.“ Die Aktie zahlt eine Dividende von 11,5 Prozent auf den Nennwert; bei 104,89 Millionen ausstehenden STRC-Aktien entspricht das jährlichen Dividendenkosten von rund 1,2 Milliarden US-Dollar für Strategy.
Die Diskussion verschärft sich, weil Strategy zuletzt über liquide USD-Reserven von 1,4 Milliarden US-Dollar verfügte. Arkham formulierte den Kern der Marktfrage so: „Michael Saylor hat 1,4 Milliarden US-Dollar, um STRC-Dividenden zu zahlen, aber wird er in der Lage sein, die Aktie am Leben zu halten?“ Gleichzeitig betonte Arkham einen zentralen Unterschied zu Terra Luna: „Entscheidend ist: Strategy ist rechtlich nicht verpflichtet, diese Dividenden zu zahlen. Wenn Strategy in Schwierigkeiten gerät, muss Saylor die Dividenden der STRC-Aktionäre nicht priorisieren.“
Damit wird STRC aktuell weniger als klassischer Stable-Mechanismus diskutiert, sondern als Instrument, dessen Preis die Erwartungen an künftige Ausschüttungen reflektiert. Arkham schrieb: „Der Preis von STRC spiegelt schlicht die Einschätzung des Marktes wider, wie wahrscheinlich es ist, dass Saylor weiterhin Dividenden zahlt. Wenn es so aussieht, als könne Strategy kein Kapital aufnehmen und keine Dividenden zahlen, könnten Investoren STRC verkaufen; Saylor ist aber nicht gezwungen, Geld auszugeben, um den Preis zu stützen.“ Der Rückgang signalisiert damit vor allem Zweifel an der langfristigen Kapitalaufnahmefähigkeit und Dividendenpolitik, nicht automatisch einen unmittelbaren Zwangsmechanismus.
Warum Analysten keine Luna-Spirale sehen
Parker White, ehemaliger Chief Operating Officer und Chief Investment Officer von DeFi Development Corp. (NASDAQ: DFDV), widersprach auf X der These einer unmittelbar drohenden Todesspirale. Er bezeichnete STRC als ein Instrument, das darauf ausgelegt sei, „sich zu biegen, nicht zu brechen“ — oder, wie er ergänzte, „sich zu dehnen, nicht zu reißen“. White verwies darauf, dass Strategy jährliche Barausgaben von rund 1,7 Milliarden US-Dollar für Dividenden und Kupons habe, davon der Großteil für STRC, zugleich aber über 1,4 Milliarden US-Dollar Cash verfüge und zuletzt über das MSTR-ATM-Programm weiteres Kapital aufgenommen habe.
White argumentierte, die laufenden Zahlungsverpflichtungen seien im Verhältnis zu den Handelsvolumina und den verfügbaren Finanzierungswegen beherrschbar. „Die 1,7 Milliarden US-Dollar, die Strategy jedes Jahr ‚schuldet‘, entsprechen 33 Millionen US-Dollar pro Woche. Die MSTR-Stammaktie handelte vergangene Woche 11 Milliarden US-Dollar, IBIT handelte 6 Milliarden US-Dollar, und BTC handelte allein auf Coinbase rund 3 Milliarden US-Dollar.“ Selbst wenn Strategy nur BTC verkaufen und das MSTR-ATM aussetzen würde, entspräche der Wochenbedarf laut White rund 545 BTC zu aktuellen BTC-Preisen. Daraus leitet er ab: „Barausgaben sind kein Problem. Durch den Verkauf einiger Hundert BTC pro Woche wird keine Todesspirale ausgelöst.“
Auch bei den Wandelanleihen sieht White keinen kurzfristigen „Killshot“. Zwar lägen die Put-Termine größtenteils Mitte 2028, doch ein Teil der Convertibles handle weiter über Nennwert, was eine Ausübung weniger wahrscheinlich mache. White schrieb: „Strategy hat keine Margin-Schulden. BTC könnte morgen tatsächlich auf 1 US-Dollar fallen, und sie würden nicht ‚liquidiert‘. Kurzfristig gibt es keinen Liquidationspreis. Punkt.“ Der negative Extremfall wäre aus seiner Sicht kein abruptes Zusammenbrechen, sondern ein über Jahre anhaltender Belastungstest: „Es gibt keinen Killshot, nur ein langsames Ausbluten. Wenn BTC auf 20.000 US-Dollar fällt und dort sechs bis sieben Jahre bleibt, dann hat Strategy ein Problem.“
Die Debatte um STRC dreht sich damit weniger um eine mechanische Luna-ähnliche Abwärtsspirale als um Vertrauen in Strategys Fähigkeit und Bereitschaft, die Dividenden langfristig zu bedienen. Arkham sieht den Preisrückgang als Ausdruck dieser Markterwartung, während Parker White betont, dass Strategy über Zeit, Finanzierungsinstrumente und BTC-Bestände verfüge. Für STRC-Investoren bleibt entscheidend, ob der Markt dem Instrument wieder zutraut, zum Nennwert zurückzukehren — und ob Strategy die Dividendenpolitik ohne größere Belastung für die Kapitalstruktur fortsetzen kann.
CryptoQuant hatte Saylor jüngst auch aufgefordert seine Bitcoin-Käufe zu stoppen und die Cash-Reserven aufzubessern.
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