Der in Australien ansässige Krypto-Asset-Manager Apollo Crypto hat Hyperliquid (HYPE) zur größten Altcoin-Position im Fonds gemacht. Für Head of Research Pratik Kala ist das kein taktischer Trade, sondern eine strategische Wette auf Produktqualität, Marktstruktur und Tokenomics – und auf ein Protokoll, das aus seiner Sicht in einer eigenen Liga spielt.
Warum Apollo Crypto auf Hyperliquid setzt
„Hyperliquid ist unsere größte Altcoin-Position im Fonds. Warum? Weil es phänomenal ist. Das Produkt funktioniert“, sagt Kala in einem auf X veröffentlichten Video. Für ihn ist die Investmentthese eng mit der operativen Performance der Plattform verknüpft. Handelsvolumen, Marktteilnehmer und Innovationsgeschwindigkeit sprächen klar für das Protokoll.
Besonders hebt er die Tokenomics hervor. „Die Tokenomics sind erfrischend. Je nachdem, wie man rechnet, werden 97 bis 99 Prozent aller Einnahmen verwendet, um den Token in sehr transparenter Weise zurückzukaufen. Kein Governance-Wirrwarr.“ Im Gegensatz zu komplexen Modellen mit verschachtelten Token-Strukturen, Inflation, Burning- und Minting-Mechanismen, die in den vergangenen Jahren viel Kapital vernichtet hätten, sei das Modell von Hyperliquid klar und nachvollziehbar.
Auch auf Produktebene sieht Kala einen Vorsprung. Ein wachsender Teil der Volumina verlagere sich auf die Plattform, Market Maker und Fonds nutzten sie zunehmend. Hyperliquid sei „in vielerlei Hinsicht überlegen“, etwa bei der Listung von Tokens oder bei Pre-Markets. Das Innovationsniveau hebe das Protokoll aus seiner Sicht deutlich vom Wettbewerb ab – trotz Konkurrenz durch andere Anbieter wie Lighter.
HYPE wird größte Altcoin-Position im Fonds
Ein zentrales Element der Investmentstory ist HIP-3, das neue Marktsegment für private und alternative Assets. Kala schildert ein konkretes Beispiel: Nachdem öffentlich wurde, dass Anthropic seine KI-Technologie nicht dem US-Verteidigungsministerium zur Verfügung stellen würde und der Auftrag stattdessen an OpenAI ging, reagierten klassische Märkte am Wochenende nicht – sie waren geschlossen. „99,9 Prozent der Menschen sitzen da und schauen die Nachrichten, ohne handeln zu können“, so Kala.
Auf HIP-3 hingegen wurden OpenAI und Anthropic gehandelt. „Ich persönlich habe 50 Prozent gemacht. Wie? Weil OpenAI und Anthropic beide auf HIP-3 handelbar waren. Die Liquidität ist nicht fantastisch, aber OpenAI ist am Wochenende um 50 Prozent gestiegen.“ Anthropic blieb weitgehend unverändert, was eine Spread-Strategie – Long OpenAI, Short Anthropic – ermöglicht habe. Für Kala ist das ein Beispiel dafür, wie sich mit agency und den richtigen Märkten Alpha generieren lässt.
Darüber hinaus verweist er auf weitere Assets wie Öl, Gold und Silber, die auch am Wochenende handelbar sind. Während einer manischen Phase im Silbermarkt habe HIP-3 bereits ein bis zwei Prozent des globalen Silbervolumens abgewickelt – nur wenige Wochen nach dem Start. „Dass etwas nach nur einem Monat ein bis zwei Prozent des globalen Silbervolumens erreicht, spricht sehr laut dafür, dass viele Trader, Hedgefonds und andere professionelle Investoren das nutzen, um ihre Bücher aktiv zu steuern.“
Die Einnahmen aus HIP-3 würden, laut Kala, hälftig zwischen den jeweiligen Märkten und Hyperliquid geteilt – und letztlich für Rückkäufe von HYPE verwendet. Mit Blick auf kommende Erweiterungen wie HIP-4 für Prediction Markets und Optionen sowie mögliche regulatorische Entwicklungen in den USA zeigt er sich optimistisch. Sollte Hyperliquid regulatorisch konform agieren und die Tokenomics beibehalten, könne das Protokoll „leicht ein Vielfaches von hier aus“ erreichen.
Mit der Entscheidung, HYPE zur größten Altcoin-Position zu machen, positioniert sich Apollo Crypto klar auf der Seite eines Protokolls, das Produktinnovation mit aggressiver Wertabschöpfung zugunsten des Tokens kombiniert. Für professionelle Investoren dürfte Hyperliquid damit zunehmend mehr sein als nur eine weitere Perps-Börse – sondern ein Infrastruktur-Play auf 24/7-Märkte, neue Asset-Klassen und ein Token-Modell, das direkt an realen Cashflows hängt.

